Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums holt Ampullen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer aus einem speziellen Kühlschrank. | dpa

G7-Gipfel Merkel kündigt mehr Impf-Hilfen an

Stand: 12.06.2021 23:02 Uhr

Kanzlerin Merkel hat mehr Impfstoff-Hilfen der G7-Staaten für ärmere Länder angekündigt. Sie sprach von 2,3 Milliarden Impfdosen bis Ende kommenden Jahres. Laut WHO wäre das aber weiter viel zu wenig.

Die G7-Staaten planen im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitere Impfstoff-Hilfen. Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollen ärmere Ländern bis Ende nächsten Jahres 2,3 Milliarden Impfdosen erhalten. Die G7-Gruppe habe eine globale Verantwortung, sagte Merkel am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. Ob es sich bei den von Merkel genannten Impfdosen nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar. Ein finaler Beschluss liegt außerdem bisher nicht vor.

Gastgeber Boris Johnson hatte bereits vor Beginn des Gipfels als Ziel ausgegeben, dass die Staatengruppe sich auf eine Spende von einer Milliarde Impfdosen einigt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte dies als unzureichend kritisiert. "Eine Milliarde ist sehr willkommen. Aber offensichtlich benötigen wir mehr als das."

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mindestens acht Milliarden Impfdosen notwendig, um für eine weitgehende Immunität von 80 Prozent der Bevölkerung in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen zu sorgen.

WHO-Chef fordert größere Anstrengung

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus will mit Hilfe der G7-Staaten innerhalb eines Jahres mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung zu einer Corona-Impfung verhelfen. Dieses Ziel solle bis zum nächsten G7-Gipfel in Deutschland 2022 erreicht werden. Dazu seien jedoch weit größere Anstrengungen notwendig als bislang geplant.

Von den reichen Ländern forderte Tedros mehr Solidarität. Dazu gehörten auch Technologietransfer und die Aussetzung von Impfstoff-Patenten. "Wir laufen das Rennen unseres Lebens, aber das ist kein faires Rennen und die meisten Länder haben kaum die Startlinie überschritten", sagte der WHO-Chef. Er forderte einen internationalen Vertrag, um die notwendige Zusammenarbeit in einer Krise wie der Corona-Pandemie festzulegen.

Die EU war lange die einzige demokratische Region der Welt, die im großen Maßstab Corona-Impfstoff exportierte. Bislang wurden nach Angaben aus Brüssel rund 350 Millionen Dosen ausgeführt, was in etwa der Hälfte der Gesamtproduktionsmenge entspricht. Bis Ende des Jahres soll sich die Exportmenge Schätzungen zufolge auf 700 Millionen Dosen verdoppeln.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell im Hörfunk am 11. Juni 2021 um 22:02 Uhr.