Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez | Bildquelle: AFP

Neues Kabinett in Spanien Erstmals mehr Frauen als Männer

Stand: 06.06.2018 21:36 Uhr

Spaniens neuer Premier Sánchez hat sein Kabinett vorgestellt. Der Chef der Sozialisten setzt in seiner Regierungsmannschaft auf Pro-Europäer und eine deutlich stärkere Einbeziehung von Frauen.

Die Frauen werden in der neuen Regierung Spaniens deutlich in der Mehrheit sein. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez berief Kabinett elf Frauen und nur sechs Männer in sein Kabinett. Die Zahl der Ministerien wurde von Sánchez von 13 auf 17 erhöht.

Spaniens künftige Vize-Regierungschefin, Carmen Calvo (l.) | Bildquelle: MARISCAL/EPA-EFE/REX/Shutterstoc
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Spaniens künftige Vize-Regierungschefin, Carmen Calvo (l.), war von 2004 bis 2011 Kulturministerin.

Den früheren Präsidenten des Europäischen Parlaments, Josep Borrell, will Sánchez zum Außenminister machen. Nadia Calviño, derzeit Generaldirektorin für den EU-Haushalt in Brüssel, soll das Wirtschaftsministerium leiten. Für das Finanzressort ist mit María Jesús Montero ebenfalls eine Frau vorgesehen. Sie kann auf Erfahrungen als Finanzministerin in der andalusischen Regionalregierung verweisen. Mit Pedro Duque soll der erste spanische Astronaut den Posten des Wissenschaftsministers erhalten.

Carmen Calvo, die in der sozialistischen Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero von 2004 bis 2011 Kulturministerin war, wird stellvertretende Regierungschefin und übernimmt gleichzeitig das Ministerium für Gleichberechtigung.

Spanien soll "ein besseres Land" werden

"Zum ersten Mal in der Geschichte hat ein Kabinett in Spanien mehr Frauen als Männer", sagte Sánchez. Die Gleichberechtigung sei eine der Prioritäten der neuen Regierung. Man wolle aus Spanien "ein besseres Land" machen. Die neue Regierung sei zudem "pro-europäisch, weil Europa unsere Heimat ist", betonte er.

Die Mitglieder des neuen Kabinetts werden am Donnerstag vor König Felipe VI. den Amtseid ablegen. Die Zeremonie werde um zehn Uhr im Königlichen Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid beginnen, teilte das Königshaus mit.

Sánchez hatte seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy am Freitag mit einem Misstrauensvotum im Parlament zu Fall gebracht. Am Samstag wurde er von Felipe als Ministerpräsident vereidigt. Der 46 Jahre alte Ökonomiedozent ist der siebte Ministerpräsident des Landes seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975 - und der erste, der ohne Parlamentswahl an die Macht gekommen ist.

Die PSOE verfügt allerdings nur über 84 der 350 Parlamentssitze. Die neue Regierung muss sich daher um Unterstützung aus anderen politischen Lagern bemühen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juni 2018 um 22:00 Uhr.

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