Benalla sagt im September 2018 vor einem Komittee des französischen Senats aus. | Bildquelle: AFP

Staatsanwaltschaft ermittelt Neuer Ärger für Macrons Ex-Leibwächter

Stand: 29.12.2018 14:43 Uhr

Reiste Macrons Ex-Leibwächter Benalla unerlaubt mit Diplomatenpass in mehrere afrikanische Staaten? Diesem Vorwurf geht die französische Staatsanwaltschaft nach. Vieles in dem Fall ist undurchsichtig.

Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Sicherheitsbeauftragten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Alexandre Benalla. Es geht offenbar um den Vorwurf des Vertrauensbruchs in Zusammenhang mit der Nutzung eines Diplomatenpasses. Die Staatsanwaltschaft soll klären, ob Benalla unbefugt Dokumente verwendete und den Eindruck erweckte, eine offizielle Funktion innezuhaben.

Investigative Journalisten des Portals "Mediapart" hatten berichtet, dass Benalla in den vergangenen Monaten mit einem Diplomatenpass in verschiedene afrikanische Länder reiste, obwohl er bereits nicht mehr für das Präsidialamt gearbeitet habe.

Dieses Foto aus dem Februar 2018 zeigt Benalla (re.) neben dem französischen Präsidenten Macron. | Bildquelle: AFP
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Ein Foto aus gemeinsamen Tagen: Benalla (re.) und Präsident Macron im Febraur 2018.

Hochrangige Treffen in Afrika

Der 27-Jährige war im Dezember unter anderem kurz vor einem Staatsbesuch Macrons in den Tschad gereist. Nach Informationen des Magazins "La lettre du continent" traf er sich unter anderem zu einem zweistündigen Gespräch mit Staatschef Idriss Déby. Benalla sprach von einer Geschäftsreise mit "großen Arbeitgebern des Nahen Ostens".

Der Élyséepalast hatte daraufhin erklärt, Benalla sei kein offizieller Abgesandter des Präsidenten. Der Ex-Leibwächter bestritt, sich während seiner Reise auf eine solche Funktion berufen zu haben, und warf einigen Élysée-Mitarbeitern Verleumdung vor.

Außerdem soll Benalla den Präsidenten der Republik Kongo, Denis Sassou Nguesso, getroffen haben.

Wo sind die Diplomatenpässe?

Benalla erklärte im September, seine zwei Diplomatenpässe in seinem Büro gelassen zu haben. Das Außenministerium teilte am Freitag mit, die Pässe im Juli und September schriftlich zurückgefordert zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Benalla für negative Schlagzeilen sorgt. Im Mai schlug er während der Proteste gegen Macron Demonstranten. Benalla trug dabei einen Polizeihelm und eine Polizeiarmbinde, obwohl er kein Polizist ist. Nachdem die Zeitung "Le Monde" dies enthüllte, verlor er im Juli seinen Posten im Élysée.

Über dieses Thema berichtete RBB Inforadio am 10. November 2018 um 14:47 Uhr.

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