Das Facebook-Logo schimmert vor einer Reihe binärer Zahlencodes. | Bildquelle: AFP

Bericht über neues Geschäftskonzept Facebook wollte Kundendaten von US-Banken

Stand: 07.08.2018 01:37 Uhr

Fragen und Geschäfte mit der Bank per Chat regeln? Warum nicht, denkt Facebook und will genau das in seinem Messenger möglich machen. Bei den Banken kommt die neue Geschäftsidee aber offenbar nicht so gut an.

Um das Angebot seines Messenger-Dienstes auszubauen, hat Facebook offenbar bei mehreren US-Banken Kundendaten angefragt. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, ging es dem Unternehmen dabei um Informationen wie den Kontostand, Transaktionen oder den genauen Ort, an dem die Kunden der Bank Einkäufe getätigt haben. Dem Bericht zufolge, der sich auf Personen beruft, die mit dem Vorgang vertraut sein sollen, richtete Facebook seine Anfrage an die Banken JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup und US Bancorp.

Chatten statt Warteschleife

Das Ziel des Netzwerks: die Kommunikation zwischen Kunden und Banken über seinen Messenger laufen zu lassen und den Messenger damit zu stärken. Rund 1,3 Milliarden Menschen nutzen mittlerweile den Dienst. Facebook selbst bestätigte die Anfrage an die Banken, jedoch nicht, dass es sich um derart sensible Kundendaten gehandelt habe.

"Die Idee ist, dass es besser sein kann, mit seiner Bank zu chatten, als am Telefon in der Warteschleife zu sein", so die Stellungnahme des Konzerns. Facebook betonte zudem, die Daten sollten nicht genutzt werden, um gezielt Anzeigen über den Messenger zu schalten und auch nicht an Dritte weitergegeben werden.

Erste Bank blockt Anfrage ab

Doch zumindest von einer Bank kassierte Facebook bereits ein klares Nein für seine neue Geschäftsidee, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. JPMorgan teilte mit, Daten zu Transaktionen nicht "mit diesen Plattformen" teilen zu wollen.

Schriftzug der US-Großbank JPMorgan Chase
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Die US-Großbank JPMorgan Chase hat dem Vorschlag von Facebook bereits eine Absage erteilt.

Facebook kämpft noch immer mit dem Skandal um die unzulässige Weitergabe von Nutzerdaten an die Analysefirma Cambridge Analytica. Die Daten sollen von der Firma für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump ausgewertet und genutzt worden sein. Weltweit waren offenbar rund 87 Millionen Facebook-Nutzer betroffen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. August 2018 um 07:00 Uhr.

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