Studentin Elin Ersson | Bildquelle: REUTERS

Abschiebeflug verhindert Geldstrafe für schwedische Aktivistin

Stand: 18.02.2019 12:32 Uhr

Weil sie im Flugzeug stehen blieb, scheiterte 2018 die Abschiebung eines Afghanen. Mit ihrer Protestaktion hatte die Schwedin eine Diskussion ausgelöst. Nun wurde sie verurteilt.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Kein Freispruch, aber auch keine Haft. Stattdessen hat das Göteborger Bezirksgericht die Studentin Elin Ersson zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa 300 Euro verurteilt. 

Die Richter haben damit den Erwartungen vieler Rechtsexperten entsprochen und Elin Ersson weit unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft für einen offenbar als minderschwer betrachteten Verstoß gegen das schwedische Luftverkehrsgesetz bestraft. Dieses Gesetz sieht als Höchststrafe sechs Monate Gefängnis vor. Die Anklage hatte zwei Wochen beantragt, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Geldstrafe gegen schwedische Anti-Abschiebungsaktivistin
tagesschau 15:00 Uhr, 18.02.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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Öffentliche Debatte um Erssons Protestaktion

In der Öffentlichkeit wird Erssons Aktion unterschiedlich bewertet. Denn beim Versuch, die Abschiebung eines Afghanen zu verhindern, war einiges schiefgelaufen. Ein junger Mann, dessen Ausweisung die Studentin eigentlich hatte stoppen wollen, war überhaupt nicht an Bord. Man hatte ihn zuvor über Stockholm nach Kabul geflogen. Stattdessen hatte sie einem wegen Misshandlung seiner Frau und seiner Töchter verurteilten älteren Afghanen von Bord der Maschine geholfen. Kritiker halten ihre Aktion deshalb für falsch und für anmaßend.

Sie selbst und ihre Unterstützer stehen jedoch weiter dahinter. Jede Abschiebung nach Afghanistan sei mit der Todesstrafe zu vergleichen, argumentieren sie, und die dürfe es nach schwedischem Recht nicht geben.

Geldstrafe für Elin Ersson
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
18.02.2019 12:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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