Macron und Erdogan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris | Bildquelle: REUTERS

Deutsch-französische Beziehungen Macron mahnt Erdogan

Stand: 05.01.2018 18:36 Uhr

Bei einem Treffen in Paris hat Frankreichs Präsident Macron den türkischen Staatschef Erdogan ermahnt, das Recht einzuhalten. Er zeigte sich besorgt über inhaftierte Oppositionelle und Journalisten. Erdogan zeigte sich von der Kritik unbeeindruckt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich besorgt über das Schicksal inhaftierter Journalisten und Oppositionellen in der Türkei geäußert und seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan zur Einhaltung des Rechts aufgefordert.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan in Paris sagte Macron, die Demokratien müssten stark und energisch gegen den Terrorismus eintreten. "Aber zugleich müssen unsere Demokratien die Rechtsstaatlichkeit vollkommen schützen."

Sorge um Journalisten, Professoren und Studenten

Er habe Erdogan seine Sorge über die Anklagen gegen Professoren und Studenten der Galatasaray-Universität in Istanbul und von inhaftierten Journalisten mitgeteilt. Die Akademiker hatten einen offenen Brief von Intellektuellen unterzeichnet, in dem das Vorgehen des Staates gegen die Kurden kritisiert wird.

Erdogan zeigte sich von der Kritik unbeeindruckt und erneuerte bei der Pressekonferenz seine Vorwürfe an Oppositionelle. Terrorismus entstehe nicht von selbst, sagte er. "Terror und Terrorismus haben Gärtner", sagte der Staatschef. "Diese Gärtner sind die Leute, die als Denker angesehen werden. Sie bewässern durch ihre Kolumnen in den Zeitungen", sagte Erdogan. "Und eines Tages tauchen diese Leute dann als Terroristen vor dir auf."

Erdogan "ermüdet" vom Warten auf EU-Beitritt

Macron äußerte sich auch zu den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Die "jüngsten Entwicklungen und Entscheidungen" in der Türkei ließen "keinerlei Fortschritt beim begonnenen Prozess zu", sagte er. Möglich sei aber eine "Partnerschaft" mit der Türkei.

Erdogan wiederum sagte, das Warten auf einen EU-Beitritt habe die Türkei "ermüdet". Man könne nicht ständig um einen Eintritt in die EU bitten, sagte er weiter. Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei ist seit längerer Zeit sehr angespannt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Januar 2018 um 18:00 Uhr.

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