Rettungsteams suchen in Elazig in den Trümmern nach Verschütteten. | Bildquelle: AP

Türkei Weitere Verschüttete nach Beben gerettet

Stand: 26.01.2020 10:55 Uhr

35 Tote - das ist die bisherige Bilanz mehr als einen Tag nach dem schweren Erdbeben in der Türkei. Immer noch werden aber auch Menschen aus den Trümmern gerettet: Eine Mutter und ihr Kleinkind überlebten das Unglück.

In der türkischen Erdbebenregion im Osten des Landes suchen die Retter weiter nach Verschütteten. Bislang wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad 45 Menschen lebend aus dem Trümmern befreit. Immer wieder gibt es dabei Momente der Freude und Hoffnung: In der Stadt Elazig konnten eine 35-Jährige und ihre zwei Jahre alte Tochter im Laufe der Nacht gerettet werden - 28 Stunden nachdem es in der Region zu dem Beben der Stärke 6,8 gekommen war.

Unterschiedliche Angaben zu Verletzten

Aber auch die Zahl der Toten stieg weiter an: 35 sind es mittlerweile. Die meisten Opfer gab in der am stärksten betroffenen Provinz Elazig. Vier Menschen starben in der Nachbarprovinz Malatya. In den beiden Provinzen stürzten insgesamt 80 Gebäude ein, weitere rund 650 wurden schwer beschädigt. Die Zahl der Verletzten schwankt - je nach Quelle - zwischen 1000 und 1600.

Erschwert werden die Rettungsarbeiten von immer neuen Nachbeben. Fast 600 gab es seit Freitagabend, als sich das große Beben ereignet hatte. Am Morgen erschütterte ein Beben vom Stärkegrad 4,3 die Provinz Malatya.

Präsident Erdogan nimmt an einer Beerdigung in Elizag teil und trägt den Sarg eines Opfers. | Bildquelle: AP
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Am Samstag nahm Präsident Erdogan an einer Beerdigung in Elizag teil und trug dabei den Sarg eines Opfers mit.

Erdogan verspricht schnellen Wiederaufbau

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte gestern angekündigt, das staatliche Wohnungsbauunternehmen Toki werde "alles Notwendige tun, damit niemand ohne ein Heim bleibt". Er war nach Elazig gereist, um sich ein Bild vom Ausmaß der Katstrophe zu mache und später in die Provinz Malatya weitergereist.

In der Türkei gibt es immer wieder schwere Erdbeben, da das Land auf mehreren seismischen Platten liegt. Am 17. August 1999 waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 in Izmit, Istanbul und anderen Orten mehr als 17.000 Menschen ums Leben gekommen. Das letzte größere Erdbeben ereignete sich 2011 in der Provinz Van. Es erreichte eine Stärke von 7,1, mehr als 600 Menschen starben. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Januar 2020 um 09:00 Uhr.

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