Tiefe Risse am Fähranleger im Haupthafen von Kos | Bildquelle: AFP

Kos besonders betroffen Zwei Tote und viele Verletzte

Stand: 21.07.2017 12:22 Uhr

Bei einem Seebeben in der Ägäis-Region sind zwei Menschen getötet worden. Mindestens 120 wurden verletzt. Besonders betroffen ist die griechische Insel Kos - hier musste der Fährverkehr eingestellt werden. Doch auch in der Türkei gab es Schäden.

Von Michael Lehmann, ARD-Studio Istanbul

Es war 01:30 Uhr griechischer Zeit, als die Erde in der Ägäis wieder bebte. Besonders dramatisch waren die Auswirkungen diesmal auf der Insel Kos. Ein türkischer und ein schwedischer Tourist starben, als Teile einer Bar in der Insel-Haupstadt einstürzten. 120 Menschen wurden verletzt, die meisten ebenfalls durch Trümmerteile. Einige auch, weil sie in Panik vor möglichen größeren Schäden aus Häusern und einigen Hotels flüchteten.

Unter den Verletzten sind nach Angaben aus Kos zwei Schweden und ein Tourist aus Norwegen - und keine Reisende aus Deutschland. Das bestätigt das Auswärtige Amt in Berlin.

Hart getroffen hat das Beben den Hafen von Kos - er liegt wie auch die ebenfalls zum Teil schwerer beschädigte Altstadt an einem seit Langem bekannten Riss in der Erdkruste, der sich vom türkischen Bodrum bis nach Kos zieht.

Fährverkehr unterbrochen

Der Fährverkehr von und nach Kos muss bis auf Weiteres ruhen - Taucher untersuchen jetzt die Schäden am Fähranleger genauer, um über die nötigen Sanierungsmaßnahmen entscheiden zu können. Das ist für viele tausend Schiffreisende täglich genauso bitter wie für die Bevölkerung von Kos. Für sie muss eine alternative Route über einen anderen Inselhafen oder benachbarte Inseln gefunden werden. Im beschädigten Haupthafen werden bis auf weiteres keine großen Fähren anlegen können.

Das heutige Beben der Stärke 6 entlud sich vor allem entlang dieses Risses. Auch in Vergangenheit gab es hier immer wieder Erdbeben ähnlicher Stärke. Als gutes Zeichen sehen Erdbebenexperten die zahlreichen kleineren Nachbeben im Lauf des Vormittags, die die Spannung in der Erde abbauen und keine weiteren schlimmen Schäden erwarten lassen.

Karte Griechenland mit Kos, der Türkei und Bodrum.
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Das Zentrum des Bebens lag im Meer in der Nähe der türkischen Küstenstadt Bodrum

Gelassene Reaktionen

Die meisten Urlauber auf Kos und den benachbarten griechischen Inseln gehen mit den Folgen des Erdbebens nach dem nächtlichen Schock inzwischen gelassen um. In den sozialen Netzwerken berichten auch deutsche Urlauber von wackelnden Hotellampen und kräftigen Erdstößen, die mehrere Sekunden lang zu spüren waren. Nach Angaben des Hotelverbands auf Kos gab es an keinem der Hotels größere Schäden, lediglich einzelne kleinere Risse seien gemeldet worden.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 21. Juli 2017 um 04:56 Uhr. Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2017 um 16:00 Uhr.

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