Gretchen Whitmer | Bildquelle: AP

Gretchen Whitmer Entführung von US-Gouverneurin vereitelt

Stand: 09.10.2020 07:38 Uhr

Die US-Bundespolizei hat möglicherweise eine Entführung der demokratischen Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, verhindert. Insgesamt wurden 13 Personen festgenommen. Ihnen drohen lebenslange Haftstrafen.

Mehrere Verdächtige sollen im US-Bundesstaat Michigan ein Komplott gegen die Regierung und die Entführung von Gouverneurin Gretchen Whitmer geplant haben. Die Behörden hätten in diesem Zusammenhang 13 Personen festgenommen. Gegen sechs Männer wurden auf Bundesebene Strafanzeigen gestellt, gegen sieben weitere auf Ebene des Bundesstaates.

Die Bundespolizei FBI wirft den sechs Männern vor, mindestens seit dem Sommer über die Entführung der demokratischen Gouverneurin vor den US-Wahlen am 3. November diskutiert zu haben, wie aus einem veröffentlichten Gerichtsdokument hervorgeht. Dafür sei das Ferienhaus der Gouverneurin observiert worden. Mithilfe von Informanten, verdeckten Ermittlern und geheimen Aufnahmen von Gesprächen seien diese aufgedeckt worden, sagte Staatsanwalt Andrew Birge. Er bezeichnete die Verdächtigen als "gewalttätige Extremisten".

Verdächtige sollen Miliz um Unterstützung gebeten haben

Im Falle einer Verurteilung drohten ihnen lebenslange Haftstrafen. Die Festnahmen seien bereits am Mittwochabend erfolgt. Anfang des Jahres sei das FBI in sozialen Netzwerken darauf aufmerksam geworden, dass eine Gruppe von Leuten den "gewaltsamen Sturz bestimmter Regierungs- und Strafverfolgungskomponenten" diskutiert habe, zu der auch zwei der nun Festgenommenen gehörten.

Um Unterstützung für ihre Anstrengungen zu bekommen, habe einer der Verdächtigen eine in Michigan ansässige Miliz angesprochen. In einem Telefonat Mitte Juni soll einer der Verdächtigen gesagt haben, er benötige 200 Mann, um das Kapitol in der Hauptstadt Lansing zu stürmen und Geiseln zu nehmen, darunter die Gouverneurin, die wegen "Verrats" vor Gericht gestellt werden solle. Derselbe Verdächtige soll bei einer Beobachtungsaktion des Ferienhauses der Gouverneurin im September gesagt haben: "Sie liebt verdammt noch mal die Macht, die sie gerade hat." Whitmer habe "unkontrollierte Macht".

Whitmer erntete Kritik für Corona-Maßnahmen

Die sieben Männer, gegen die Strafanzeige auf Ebene des Bundesstaats gestellt wurde, sollen Justizministerin Nessel zufolge Verbindungen zu der Miliz namens Wolverine Watchmen haben. Ihnen wird der Versuch vorgeworfen, Adressen von Polizeibeamten herauszufinden, um sie anzugreifen und einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Zudem seien sie in Planungen und Training für den Angriff auf das Kapitol in Lansing involviert gewesen, erklärte Nessel. Die Pläne hätten das Leben von Polizisten, Regierungsbeamten und der breiten Öffentlichkeit gefährdet.

Whitmer gehört zu den aufstrebenden Figuren in der Demokratischen Partei. Sie war einige Zeit auch als Kandidatin für das Vizepräsidentenamt im Gespräch. In der Corona-Krise hatte sie strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, die ihr viel Lob aber auch harsche Kritik auch von US-Präsident Donald Trump einbrachten. Mehrere Wochen hintereinander zogen Demonstranten vor das Kapitol und warfen Whitmer "Tyrannei" vor.

Vorwürfe gegen Trump

Whitmer dankte den Kriminalbeamten und der Staatsanwaltschaft. Sie hoffe, die Anklage führe zu Verurteilungen, "damit diesen kranken und verkommenen Männern" Recht geschehe. Gleichzeitig griff sie Präsident Trump massiv an und warf ihm vor, rechte nationalistische Gruppen zu unterstützen. "Erst letzte Woche hat sich der Präsident der Vereinigten Staaten geweigert, Gruppen für Hass und weiße Vorherrschaft zu verurteilen. So wie diese zwei Milizen aus Michigan", sagte Whitmer. In einer Zeit, in der nationale Einheit dringend erforderlich sei, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, missbrauche Trump die Krise für Politik.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Entführung der Gouverneurin von Michigan vereitelt
Arthur Landwehr, ARD Washington
09.10.2020 07:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Oktober 2020 um 05:49 Uhr.

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