Wassertank mit Ebola-Warnhinweis  in der Republik Kongo | Bildquelle: dpa

Verdachtsfälle in Kongo WHO befürchtet Ebola-Ausbruch

Stand: 11.05.2018 19:46 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation bereitet sich auf einen größeren Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo vor. Ein experimenteller Impfstoff soll das Schlimmste verhindern - wenn er genehmigt wird.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet einen größeren Ausbruch des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo. "Wir sind sehr besorgt und planen für alle Szenarien, das Worst-Case-Szenario eingeschlossen", sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Peter Salama.

Ebola-Kontrolle am Flughafen in der Republik Kongo | Bildquelle: REUTERS
galerie

In den Flughäfen des Landes finden Gesundheitskontrollen statt.

Die Behörden im Kongo haben zwei Fälle von Ebola in einer Provinz im Nordwesten des Landes bestätigt. Laut WHO gab es zudem 18 wahrscheinliche und zwölf vermutete Fälle einer Ansteckung. 18 Menschen sind an Symptomen, wie etwa mit Blutungen einhergehendes Fieber, gestorben. Bei ihnen wurde Ebola aber noch nicht bestätigt.

Hoffnungen auf experimentellen Impfstoff

Die WHO versucht, mit einem experimentellen Impfstoff den Ausbruch der Krankheit in den Griff zu bekommen und eine Ausbreitung in die Provinz-Hauptstadt Mbandaka an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo mit einer Million Einwohner zu verhindern.

WHO-Mitarbeiter besprühen sich mit Desinfektionsmittel | Bildquelle: REUTERS
galerie

WHO-Mitarbeiter üben in Kinshasa für den Ernstfall.

Er habe mit dem kongolesischen Gesundheitsminister Oly Ilunga gesprochen, sagte Salama. Er hoffe nun innerhalb weniger Tage auf eine Genehmigung, einen von der Firma Merck entwickelten Impfstoff verwenden zu können. Dieser gilt als hocheffektiv, ist bislang aber nicht lizensiert. Zudem muss er bei Minus 60 bis Minus 80 Grad Celsius aufbewahrt werden.

Impfungen logistisch sehr schwierig

Der Impfstoff kann für Menschen verwendet werden, die Kontakt mit Ebola-Opfern hatten, um die Ausbreitung zu verhindern. "Dies ist eine hochkomplizierte, anspruchsvolle Operation in einem der schwierigsten Terrains der Welt", sagte Salama. Die Ausbruchsregion liegt seinen Angaben zufolge 15 Stunden mit dem Motorrad von der nächstgelegenen Stadt entfernt und die Infrastruktur sei katastrophal.

Die WHO wolle am Wochenende 20 bis 40 Experten mit dem Hubschrauber entsenden. "Das wird hart und es wird teuer sein, diesen Ausbruch zu stoppen." Eine unmittelbare Bedrohung besteht für die Stadt Mbandaka mit ihren rund eine Million Einwohnern. Aber auch die Nachbarstaaten des Kongo wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Deutsche sollen Region verlassen

Das Auswärtige Amt riet vor Reisen in die Region dringend ab. Deutsche Staatsangehörige, die nicht beruflich mit der Bekämpfung des Ausbruchs beschäftigt sind, wurden vorsorglich aufgerufen, das Gebiet zu verlassen.

Es ist das neunte Mal seit den 1970er-Jahren, dass die tödliche Erkrankung in der Demokratischen Republik Kongo ausgebrochen ist. Bei einem Ausbruch in den Jahren 2014 bis 2016 starben in Westafrika, Guinea, Sierra Leone und Liberia mehr als 11.300 Menschen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Mai 2018 um 19:15 Uhr.

Darstellung: