Reisende warten auf dem Flughafen London-Gatwick | Bildquelle: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Nach Drohnenalarm Chaos am Flughafen London-Gatwick

Stand: 20.12.2018 13:05 Uhr

Am Großflughafen London-Gatwick fliegt nichts mehr - außer einer Drohne, von der man nicht weiß, wo sie ist. Rund 20.000 Passagiere sind betroffen. Ihre Flüge wurden umgeleitet oder annulliert.

Von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Noch immer ist Gatwick komplett gesperrt. Seit gestern Abend um 9 Uhr geht nichts mehr am zweitgrößten Flughafen Großbritanniens. "Wir mussten sofort handeln", sagt Flughafenchef Chris Woodroofe: "Um neun Uhr gestern Abend haben zwei Mitarbeiter eine Drohne gesehen. Seitdem ist die Drohne die ganze Nacht über immer wieder aufgetaucht und wieder verschwunden."

Dutzende Flüge wurden zu anderen Airports umgeleitet, tausende Passagiere mussten in Gatwick am Boden bleiben, viele steckten über Stunden in ihren Fliegern fest, manche klagen über mangelnde Information. "Das ist lächerlich", sagt dieser Mann. Eine Frau ist in Luton gelandet, 50 Kilometer nordwestlich von London: "Wir sind von Glasgow nach Gatwick geflogen und dann nach Luton umgeleitet worden. Da mussten wir dann zwei Stunden im Flugzeug sitzen bleiben, bevor wir endlich rauskamen und wurden dann mit dem Bus hier nach Gatwick gebracht."

Drohnen legen Gatwick lahm
tagesschau 17:00 Uhr, 20.12.2018, Julie Kurz, ARD London

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Um drei Uhr in der Nacht wurde der Flughafen kurz geöffnet, aber nur eine Dreiviertelstunde später wieder geschlossen, weil die Drohne erneut über dem Flugfeld zu sehen war. "20 Einheiten der Polizei versuchen derzeit, den Piloten der Drohne zu finden", erklärt Flughafenchef Woodroofe. Bei den Passagieren könne er sich nur entschuldigen.

Umleitungen in andere Städte

Rund 20.000 Passagiere sind nach Angaben des Flughafenbetreibers bislang von den Ausfällen betroffen. Die ankommenden Flieger wurden umgeleitet, manche nach Birmingham und Manchester, manche nach Paris und Amsterdam. "Wir arbeiten sehr eng mit den Fluglinien zusammen, um einen Plan aufzustellen", verspricht der Flughafenchef.

Aber wohl nicht alle Fluglinien geben nützliche Tipps, wie diese Frau zu berichten weiß: "Wir haben erst gestern Nachmittag gebucht. Als dann in der Nacht die Nachrichten kamen, hat unsere Fluggesellschaft gesagt, wir sollen trotzdem nach Gatwick kommen, weil sie uns von hier aus am besten umleiten können. Aber das ist ein totaler Mist."

Mehr als 90 Beinahe-Zusammenstöße

Drohnen werden immer mehr zum Problem für die Flughäfen. In Großbritannien gab es nach Angaben der Behörden allein im vergangenen Jahr mindestens 92 Beinahe-Zusammenstöße. Barry Jenkins arbeitet als Lobbyist für die Hersteller von Drohnen. Die Geräte können mehrere Stunden in der Luft gehalten werden, sagt er. Den Ort zu finden, von wo aus sie gesteuert werden, sei nicht immer einfach. "Das ist zweifellos eine Herausforderung. Es gibt durchaus Möglichkeiten, den Start-Ort und den Ort der Steuerung zu verdecken."

Auch die Beschaffung sei relativ leicht. Drohnen können sehr nützlich sein, sagt Jenkins. Er gibt aber zu: In den falschen Händen können sie auch zur Gefahr werden: "Wenn ihre Drohne mehr als 20 Kilogramm schwer ist und für kommerzielle Zwecke eingesetzt wird, dann müssen sie sie registrieren lassen und brauchen eine Erlaubnis für die gewerbliche Nutzung. Aber wenn sie eine Drohne in böser Absicht einsetzen wollen, dann kommen sie da ebenso leicht dran wie an ein Küchenmesser oder gefährliche Säure."

Unklar ist im Moment, ob es sich in Gatwick um eine oder zwei Drohnen handelt. In zahlreichen Berichten war von zwei Drohnen die Rede, der Flughafenbetreiber spricht derzeit jedoch nur von einer.

Flughafen Gatwick gesperrt
Thomas Spickhofen, ARD London
20.12.2018 17:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Dezember 2018 um 12:00 Uhr.

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