Eine Aufnahme aus der Luft zeigt das Ausmaß der Zerstörung am Damm des Rückhaltebeckens, der in Brumadinho gebrochen war. | Bildquelle: AP

Dammbruch in Brasilien Ingenieure von TÜV Süd festgenommen

Stand: 29.01.2019 16:08 Uhr

Nach dem Dammbruch in Brasilien folgen erste Konsequenzen: Wie der TÜV Süd bestätigte, sind zwei seiner Mitarbeiter festgenommen worden. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen die Dämme geprüft.

Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien hat die Polizei zwei Mitarbeiter des Münchner TÜV Süd festgenommen, wie das Unternehmen dem ARD-Studio Südamerika bestätigte. Die Ingenieure hatten vor vier Monaten den Damm des Rückhaltebeckens geprüft, der am vergangenen Freitag gebrochen war. Das Büro des TÜV Süd in Sao Paulo wurde durchsucht.

Die Ingenieure sollen jetzt in Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaats Minas Gerais, verhört werden. Der TÜV Süd hatte dem Bergbaukonzern Vale im September bestätigt, dass der Damm keine Mängel habe.

Auch drei Mitarbeiter des Vale-Konzerns wurden festgenommen und sollen nun verhört werden. Das Unternehmen teilte mit, es arbeite mit den Behörden zusammen. "Vale wird die Ermittlungen weiterhin unterstützen, um die Fakten zu klären", hieß es in einer Stellungnahme.

Welche Staatsangehörigkeit die Festgenommenen haben, ist noch unklar. Dem Auswärtigen Amt lagen nach eigenen Angaben keine Hinweise vor, dass sich deutsche Staatsangehörige unter den Verhafteten befinden.

Erst vor Kurzem hatte Vale die Genehmigung erhalten, die betroffene Mine noch zu erweitern. Nach Berichten brasilianischer Medien soll der Konzern deshalb begonnen haben, wieder Abwässer in das Becken zu leiten, das eigentlich seit 2015 stillgelegt war.

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Schlammlawine in Brasilien (26.01.2019)

Rettungskräfte suche in der Schlammlawine nach Überlebenden

Nach dem Dammbruch in einer Eisenerzmine in Brasilien haben die Rettungskräfte kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. | Bildquelle: AFP

279 Menschen werden noch vermisst

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen hinweg und schlug eine Schneise der Zerstörung. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg auf 65, wie der Zivilschutz mitteilte. 279 weitere Menschen wurden noch vermisst. Die Zahl der Todesopfer dürfte demnach noch steigen. "Leider ist es sehr unwahrscheinlich, noch Überlebende zu finden", sagte Feuerwehrsprecher Pedro Aihara im Fernsehsender Globo News.

Nach Dammbruch - TÜV-Mitarbeiter in Brasilien verhaftet
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
29.01.2019 16:22 Uhr

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Mit Informationen von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Südamerika

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Januar 2019 um 15:00 Uhr.

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