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Coronavirus Südkorea setzt auf "Coronaita"

Stand: 07.03.2020 13:00 Uhr

Nirgendwo mit Ausnahme des Ursprungslands China gibt es so viele Corona-Fälle wie in Südkorea. Das Land hat jetzt der Epidemie den Kampf angesagt. Dabei setzt es auch auf eine Webseite, die Orte kennzeichnet, an denen sich besonders viele mit dem Virus Infizierte aufgehalten haben.

"Coronaita" heißt ein neues Portal, mit dem Menschen ausfindig gemacht werden sollen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Auf diese Weise soll eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Die Webseite zeigt auch regelrechte "Hotspots", also Orte, an denen sich besonders viele Betroffene aufgehalten haben.

Einer dieser Orte liegt in der Millionenstadt Daegu: Hier haben die Behörden zwei Wohnblocks abgeriegelt, in denen 46 der mehr als 140 Bewohner positiv auf das Virus getestet wurden. Beide Wohneinheiten stehen komplett unter Quarantäne.

Regierung in Südkorea versucht Coronavirus einzudämmen
tagesschau 17:00 Uhr, 07.03.2020, Barbara Jung, ARD Tokio

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Eine Sekte als Ursprung?

Die südkoreanischen Behörden gehen davon aus, dass die meisten Infektionen im Land ihren Ursprung bei einem Mitglied der christlichen Sekte "Shincheonji Church of Jesus" haben. Eine Anhängerin der Sekte hatte trotz ihrer fiebrigen Erkrankung mindestens vier Gottesdienste in Daegu besucht. Von hier aus griff Covid-19 dann um sich.

Auch viele der Bewohner in den jetzt abgeriegelten Wohnblöcken sind Mitglieder der Sekte. Derzeit werden mehr als eine Viertelmillion Menschen mit Verbindungen zu "Shincheonji" auf das Virus getestet. Nach Behördenangaben fiel von rund 700 Tests knapp ein Drittel positiv aus.

Südkorea am zweitstärksten betroffen

Südkorea ist nach China das Land mit den zweitmeisten Coronainfizierten. Insgesamt gibt es dort derzeit mehr als 7000 Fälle. Die Zahl der Toten stieg laut Behörden zuletzt auf 48.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. März 2020 um 12:00 Uhr.

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