Kinotheater in Idaho Falls | Bildquelle: AP

Corona-Pandemie Neue Rückschläge für die Kinoindustrie

Stand: 06.10.2020 09:08 Uhr

Corona hat die Filmindustrie hart getroffen. Kinopremieren werden verschoben. Nach dem neuen "James Bond" trifft es nun einen weiteren Film, auf den die Kinobetreiber ihre Hoffnung gesetzt hatten.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Science-Fiction-Fans müssen jetzt ganz tapfer sein, denn der Kinostart der Neuverfilmung von "Dune - Der Wüstenplanet" wurde verschoben: Von Mitte Dezember 2020 auf den 1. Oktober 2021. Denis Villeneuve hatte sich an den legendären Film von David Lynch aus dem Jahr 1984 herangewagt. In der Neuverfilmung spielen unter anderem Timothée Chalamet, Oscar Isaac und Josh Brolin mit.

Werbung für den neuen James-Bond-Film | Bildquelle: REUTERS
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Die Premiere des neuen James-Bond-Films wurde zum zweiten Mal verschoben.

Auch neuer Bond erneut verschoben

Die Erwartungen an den Film sind hoch - die durch Corona stark gebeutelte Kinobranche hofft auf Publikumsmagnete wie diesen, um das Geschäft wieder zu beleben, nachdem viele Kinos monatelang geschlossen bleiben mussten. Erst am Freitag war bekannt geworden, dass auch der neue James Bond "Keine Zeit Zu Sterben" nicht im Herbst, sondern nun im April 2021 ins Kino kommen soll, etwa ein Jahr nach dem eigentlich geplanten Kinostart.

Keine "Lizenz zum Töten" - für einige Kinoketten heißt das nun: vorerst auch keine Lizenz zum Filme zeigen. Die weltweit zweitgrößte Kinokette Cineworld schloss vorübergehend alle seine Lichtspielhäuser in den USA und Großbritannien. Davon betroffen sind etwa 45.000 Mitarbeiter. Und das sind nur diejenigen, die direkt für und im Kino arbeiten.

Cineworld-Logo | Bildquelle: AP
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Die Folgen der Kinoschließungen auf den Einzelhandel sind noch unklar.

Michelle Greenwald von der Columbia Business School erklärte im Radionetzwerk NPR, die Schließung der Kinos habe einen Dominoeffekt. Kinos brächten Menschen in Einkaufszentren und Einkaufsstraßen wo sie Geld ausgäben. Diese Effekte auf die Wirtschaft seien noch unklar. Ob und wann die Kinokette Cineworld wieder aufmachen will, ist nicht bekannt. Das Unternehmen teilte mit, dass das davon abhänge, wie sich die Corona-Pandemie entwickle.

Hohe Corona-Fallzahlen in New York und Los Angeles

Covid-19 hat die USA nach wie vor fest im Griff, das Problem für die Filmindustrie: Besonders die wichtigen Kinomärkte New York und Los Angeles haben noch vergleichsweise hohe Corona-Fallzahlen. In Los Angeles sind noch keine Kinos wieder offen. Für die Filmstudios lohnt es sich daher oftmals nicht, die Filme nur einem Bruchteil der Zuschauerschaft anzubieten.

Experten setzen auf Streaming

Stattdessen könnte es sein, dass immer mehr Studios auf das ehemals eher verpönte Video-on-Demand Geschäft blicken, also Filme gegen eine Leihgebühr anzubieten oder zu verkaufen, so wie Disney es mit dem Film "Mulan" gerade vorgemacht hat.

Die Kinobranche blickt in eine ungewisse Zukunft. Branchenexperten glauben dass das Streaming bald eine noch größere Rolle spielen wird, eine Entwicklung die sich schon lange ankündigte, die durch Corona aber noch schneller vorangetrieben wird.

 

Weniger Filme, weniger Zuschauer: Neue Rückschläge für die Kinoindustrie
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
06.10.2020 12:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur "Studio 9" am 06. Oktober 2020 um 07:53 Uhr.

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