BNT162b2-Impfstoff von Biontech Pfizer | Bildquelle: PFIZER HANDOUT/EPA-EFE/Shutterst

Corona-Pandemie Großbritannien gibt grünes Licht für Impfstoff

Stand: 02.12.2020 11:44 Uhr

Großbritannien hat als erstes Land eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer erteilt. Schon ab der kommenden Woche sollen die Briten geimpft werden.

Bereits in der kommenden Woche solle mit den Impfungen begonnen werden, kündigte Gesundheitsminister Matt Hancock an: Großbritannien hat als erstes Land den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen.

Großbritannien beginnt kommende Woche mit Impfungen gegen das Coronavirus
tagesschau 15:00 Uhr, 02.12.2020, Vassili Golod, ARD London

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"Stolz, dass Großbritannien das erste Land ist"

"Der Impfstoff wird ab nächster Woche in ganz Großbritannien erhältlich sein. Das sind sehr gute Nachrichten." Die britische Arzneimittelbehörde habe eine Notfallzulassung genehmigt, sagte Hancock. Die Auslieferung solle umgehend beginnen. Premier Boris Johnson nannte die Notfallzulassung "fantastisch". In der BBC sagte Hancock:

"Ich bin sehr stolz, dass Großbritannien das erste Land ist. Einen großen Dank an die Wissenschaftler und an mein Team, alle haben großartige Arbeit geleistet."

2020 sei ein wirklich furchtbares Jahr gewesen, so Hancock weiter, aber jetzt sei Hilfe auf dem Weg: "Jetzt können wir sagen, wenn der Impfstoff bereitsteht, dann wird alles besser. Ab kommender Woche."

Damit bekommen die Briten früher grünes Licht für einen Impfstoff als die EU und die USA. Zudem ist es die erste Zulassung für BNT162b2 weltweit. Biontech und Pfizer erklärten, die Zulassung sei "ein bahnbrechender wissenschaftlicher Meilenstein".

Impfstoff für 20 Millionen Menschen

Großbritannien hat genug Dosen des Impfstoffs geordert, um 20 Millionen Menschen impfen zu lassen. Die ersten 800.000 Corona-Impfstoffdosen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sollen bereits in der kommenden Woche zur Verfügung stehen.

Bei der Lieferung und Verteilung gibt es zudem die Herausforderung der Kühlung: Das Mittel muss bei extremen Minustemperaturen gelagert werden. Für einen Impfschutz braucht es laut Pfizer und Biontech zwei Dosen im Abstand von drei Wochen.

Das Impfkomitee werde entscheiden, welche Menschen zuerst geimpft werden sollen, so Gesundheitsminister Hancock. Aller Voraussicht nach werden es Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Beschäftigte im Gesundheitsbereich sein. "Zuerst für die Verletzlichsten, also die, die die Impfung gegen Corona am dringendsten benötigen. Notwendig sind zwei Impfungen im Abstand 21 Tagen, und dann beginnt der Schutz", so Hancock.

"Aufregende Neuigkeiten"

Danny Altmann, Professor für Immunologie am Imperial College London, zeigte sich begeistert: "Es kommen immer wieder aufregende Neuigkeiten, aber das ist wirklich bedeutsam", sagte er. Nur elf Monate nach der Entdeckung des Virus gebe es nun ein effektives Mittel zur Bekämpfung. "Das ist wirklich heldenhaft."

Für den Biontech/Pfizer-Impfstoff ergaben umfangreiche Testreihen nach Angaben der Unternehmen eine Wirksamkeit, die einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. Das Vakzin funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen, teilten die Firmen nach Abschluss letzter Analysen mit.

Anfang November hatten Biontech und Pfizer als weltweit erste Firmen positive Ergebnisse aus der zulassungsrelevanten Studie mit einem Corona-Impfstoff verkündet.

Die britischen Behörden prüfen zudem einen Impfstoff, der von dem Konzern Astrazeneca und der Oxford University entwickelt wurde. Premierminister Johnson hat seine Landsleute gewarnt, sie müssten zuerst durch einen "harten Winter" mit Beschränkungen, bis genug Impfstoff für alle da sei.

Auch EMA will noch im Dezember entscheiden

Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA will noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden. Bis spätestens 29. Dezember solle ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, teilte die Agentur am Dienstag mit. Bis zum 12. Januar will die EMA zudem über den Covid-19-Impfstoff des US-Biotechkonzerns Moderna entscheiden, der ebenfalls einen Antrag auf eine bedingte Markzulassung bei der Behörde eingereicht hat.

Mit Informationen von Udo Schmidt, ARD-Studio London

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, es sei die erste Zulassung für einen Corona-Impfstoff weltweit. Das ist inkorrekt. Es ist die erste Zulassung für den Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.

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