Ursula von der Leyen, spricht während einer Pressekonferenz am 2. April 2020 in Brüssel über die Bemühungen der EU, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ausbruchs der Coronavirus-Krankheit  zu begrenzen. | Bildquelle: AFP

Internationale Geberkonferenz 7,4 Milliarden Euro für den Impfstoff

Stand: 04.05.2020 19:19 Uhr

Die Anschubfinanzierung für die globale Suche nach einem Corona-Impfstoff ist beisammen: Die EU hat mit ihrer Geberkonferenz knapp siebeneinhalb Milliarden Euro eingesammelt. Einen Großteil sagten Deutschland und Frankreich zu.

Eine globale Allianz gegen das Coronavirus hat ihr angepeiltes Ziel erreicht: 7,4 Milliarden Euro sind bei der Geberkonferenz von Dutzenden Ländern und Organisationen für die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten zusammengekommen. "Die Welt ist vereint gegen das Coronavirus und die Welt wird gewinnen", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Mit einem Beitrag von einer Milliarde Euro trägt die EU-Kommission selbst einen Großteil bei. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte für Deutschland 525 Millionen Euro zu. Die Konferenz sei "ein Signal der Hoffnung in so schwierigen Stunden für viele Länder", sagte Merkel in einer Video-Übertragung. Mit ebenfalls einer halben Milliarde Euro gehört auch Frankreich zu den Großspendern. "Das 'Jeder-für-sich' wäre ein großer Fehler", sagte Präsident Emmanuel Macron und forderte, dass ein künftiger Impfstoff ein weltweites Allgemeingut werden müsse. "Der Wettlauf mit der Zeit hat begonnen."

Geberkonferenz sagt 7,4 Milliarden Euro für die Entwicklung von Corona-Impfstoffen zu
tagesschau 20:00 Uhr, 04.05.2020, Gudrun Engel, ARD Brüssel

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Weitere große Beträge kommen etwa aus Großbritannien (umgerechnet 442 Millionen Euro) und Kanada (umgerechnet 780 Millionen Euro). Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sagte 100 Millionen Euro zu, Italien 140 Millionen Euro.

7,5 Milliarden erst der Anfang

Ziel der Initiative ist, dass alle Kräfte für die Forschung an Impfstoffen und Arzneien gebündelt werden und alle Länder weltweit - auch ärmere - davon profitieren. Von der Leyen machte zugleich klar, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch viel mehr Geld gebraucht werde: "Der heutige Sprint war ein großartiger Start unseres Marathons." Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte, dass weit mehr Geld nötig sei. "Um jeden, überall zu erreichen, brauchen wir wahrscheinlich einen fünfmal so hohen Betrag."

Frankreichs Präsident Macron bei der Online-Geberkonferenz für die Impfstoffsuche in der Corona-Krise | Bildquelle: GONZALO FUENTES/POOL/EPA-EFE/Shu
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Auch Frankreich sagt dem internationalen Bündnis eine halbe Milliarde Euro zu.

Laut Experten decken die gut sieben Milliarden Euro nur die Anschubfinanzierung ab: vier Milliarden Euro zur Erforschung eines Impfstoffs, zwei Milliarden für die Behandlung und 1,5 Milliarden für Tests auf das Coronavirus.

Auch deutsche Firmen arbeiten an Impfstoff

Weltweit arbeiten Firmen mit Hochdruck an einem Impfstoff, auch in Deutschland: Als erstes Unternehmen bundesweit erhielt die Mainzer Firma Biontech im April die Zulassung, einen von ihr entwickelten Impfstoff an Menschen zu testen. Das Tübinger Unternehmen CureVac, das von der EU mit 75 Millionen Euro gefördert wird, will seinen Impfstoff zu Sommerbeginn in die klinische Erprobung am Menschen bringen. Der US-Biotechkonzern Moderna hatte Mitte März die weltweit erste klinische Studie gestartet.

Trump mit eigenem Programm

Zu den Gastgebern der Konferenz zählten neben der EU unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Saudi-Arabien, das den Vorsitz der G20 innehat. Als Partner waren die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Bill & Melinda-Gates-Stiftung, die Impfallianz Gavi und die Weltbank mit dabei.

Russland sowie die USA beteiligten sich dagegen nicht an der Konferenz. US-Präsident Donald Trump hatte die WHO zuletzt scharf kritisiert und unter dem Namen "Operation Warp Speed" ein eigenes Programm zur Beschleunigung der Impfstoff-Entwicklung gestartet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Mai 2020 um 09:00 Uhr.

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