Eine dänische Flagge an einem Fahnenmast. | Bildquelle: dpa

Maßnahmen gegen Coronavirus Dänemark schließt Schulen und Kitas

Stand: 12.03.2020 08:11 Uhr

Dänemark greift im Kampf gegen das Coronavirus zu härteren Maßnahmen: Öffentliche Einrichtungen werden von morgen an für zwei Wochen geschlossen, Schulen und Kitas ab Montag. Der Erreger breite sich "viel zu schnell" aus.

Angesichts einer rasanten Ausbreitung des Coronavirus schließt Dänemark für zwei Wochen Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen. "Wir müssen verhindern, dass sich die Krankheit weiter verbreitet", begründete Regierungschefin Mette Frederiksen am Abend die strengen Schutzmaßnahmen. Der neuartige Erreger breite sich in Dänemark derzeit "viel zu schnell" aus. Das Land verzeichne den dramatischsten Anstieg der Infektionszahlen in Europa, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke.

Dänemarks Gesundheitsminister Magnus Heunicke und Regierungschefin Mette Frederiksen bei einer Pressekonferenz zum Coronavirus | Bildquelle: LISELOTTE SABROE/EPA-EFE/Shutter
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Dänemarks Gesundheitsminister Magnus Heunicke und Regierungschefin Mette Frederiksen erläutern bei einer Pressekonferenz Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Bibliotheken und Kultureinrichtungen sind laut Regierung von Freitag an geschlossen. Behördenvertreter, die nicht in wichtigen Funktionen tätig sind, sollen dann zu Hause bleiben. Für die Altenpflege, den Gesundheitssektor und die Polizei gilt das nicht. Kitas, Schulen und Universitäten schließen ab Montag für zwei Wochen. Frederiksen bat allerdings Eltern, die es ermöglichen können, ihre Kinder bereits in dieser Woche zu Hause zu behalten.

Verbot großer Menschenansammlungen

Die dänische Regierung plant zudem Ansammlungen von mehr als hundert Menschen zu untersagen. Ein entsprechendes Gesetz soll nach Möglichkeit noch in dieser Woche verabschiedet werden. 

In Dänemark war der erste Coronavirus-Fall Ende Februar bei einem Italien-Urlauber festgestellt worden. Inzwischen wurden in dem kleinen Land mehr als 510 Menschen positiv auf den Erreger getestet. Zehn Menschen werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, zwei davon auf der Intensivstation. 

Einschränkungen auch in Schweden

Auch in Schweden untersagte die Regierung vorübergehend öffentliche Versammlungen mit mehr als 500 Teilnehmern. Das kündigte Ministerpräsident Stefan Löfven an. In Schweden gibt es der Johns Hopkins Universität zufolge 500 bestätigte Infektionen. Am Mittwochnachmittag war nahe Stockholm erstmals eine mit dem Coronavirus infizierte Person gestorben.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg rief derweil die Anhänger der Fridays-for-Future-Bewegung zu Klimaschutzaktionen im Internet auf. Die 17-Jährige forderte auf Twitter, den Empfehlungen von Gesundheitsexperten zu folgen und große Menschenansammlungen zu meiden. "Wir jungen Leute sind am wenigsten betroffen von diesem Virus, aber es ist wichtig, dass wir uns solidarisch mit den gefährdetsten Menschen verhalten und im besten Interesse für unsere Gesellschaft handeln."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2020 um 08:30 Uhr.

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