Chinesen stehen in einem Einkaufszentrum Schlange - alle tragen eine Atemmaske. | Bildquelle: AP

Grassierender Coronavirus China schottet Städte ab

Stand: 24.01.2020 12:42 Uhr

In China haben bereits 13 Städte wegen des Coronavirus umfassende Vorsichtsmaßnahmen angeordnet. Landesweit sind mehr als 40 Millionen Chinesen davon betroffen. Attraktionen wie die chinesische Mauer bleiben geschlossen.

Immer mehr Städte in China ordnen aus Sorge vor dem sich rasant ausbreitenden Coronavirus Schutzmaßnahmen an. In 13 Metropolen wurde der öffentliche Verkehr ausgesetzt oder stark eingeschränkt. Damit sind landesweit mittlerweile mehr als 40 Millionen Menschen von den Vorsichtsmaßnahmen betroffen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete sogar von mehr als 43 Millionen Chinesen, für die die Einschränkungen gelten würden. Das entspricht fast der Hälfte der Bevölkerung Deutschlands.

Die meisten der betroffenen Städte liegen in der Provinz Hubei, zu der auch die Metropole Wuhan zählt. Hier wird der Ursprung des Virus vermutet.

Eine neue Klinik in einer Woche

Wuhan steht bereits seit Mittwoch unter Quarantäne: Der Fern- und Nahverkehr auf Schienen und Straßen wurde eingestellt, ebenso dürfen keine Fähren und Busse mehr verkehren. Ausfahrtsstraßen wurden blockiert. Cafés, Kinos und andere öffentliche Einrichtungen sind geschlossen.

Der Gouverneur von Hubei, Wang Xiaodong, betonte, dass Lebensmittel ungehindert in die Stadt hineinkommen. Die Versorgung der Bevölkerung sei also gesichert, betonte Wang im Staatsfernsehen. Er forderte die Behörden in Wuhan auf, gegen all die vorzugehen, die überhöhte Preise für Lebensmittel verlangen und so einen Nutzen aus der Angst der Menschen schlagen wollten.

Auch Straßenverkehr nach Wuhan eingeschränkt
Morgenmagazin, 24.01.2020, Marcel Müller, NDR

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Kliniken in Wuhan sind durch einen Ansturm von Patienten mit Ansteckungssymptomen überlastet. Wie ARD-Korrespondent Axel Dorloff berichtete, plant die Stadt, innerhalb nur weniger Tage ein eigenes Krankenhaus nur für die Behandlung von Coronavirus-Patienten einzurichten. 1000 Betten soll es in der neuen Klinik geben, die bereits am 3. Februar ihren Betrieb aufnehmen soll. Die Klinik werde aus Fertigbauteilen gebaut, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auf die gleiche Weise war 2003 in einem Vorort der Hauptstadt Peking in knapp einer Woche ein Krankenhaus für die Behandlung der Patienten gebaut worden, die sich mit dem SARS-Virus infiziert hatten.

Peking: Reisende sollen nach Rückkehr zu Hause bleiben

Die Vorsichtsmaßnahmen anderer Städte sind bisher nicht so umfassend und konzentrieren sich hauptsächlich auf Verkehrsverbindungen. Die Verwaltungsbehörden stoppten heute in sechs weiteren Städten der Provinz Hubei den öffentlichen Nahverkehr. Davon betroffen sind Xianning, Xiaogan, Enshi, Zhijiang, Tianmen und Yichang.

Viele Behörden sagten die Feierlichkeiten rund um das bevorstehende Neujahrsfest ab, darunter auch die Hauptstadt Peking. Es wird befürchtet, dass sich das Coronavirus rund um das Neujahrsfest noch schneller ausbreiten könnte, da viele Chinesen quer durch das Land reisen, um Familien und Angehörige zu besuchen.

Peking rief darum Reisende, die in die besonders stark betroffenen Regionen fahren, dazu auf, nach ihrer Rückkehr mindestens 14 Tage zu Hause zu bleiben. Das berichtete die Zeitung "Beijing Daily". Auch in Shanghai sei ein ähnlicher Appell ausgesprochen worden.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten geschlossen

Schulen, Behörden, Firmen und auch viele Restaurants bleiben bis Ende nächster Woche wegen der Feiertage rund um das Neujahrsfest planmäßig geschlossen.

Die Behörden haben angeordnet, dass auch Freizeitparks, Zoos, Tempel und Attraktionen wie die Verbotene Stadt und Teile der Chinesischen Mauer geschlossen bleiben. So sollen Menschenansammlungen verhindert werden. Auch zahlreiche Konzerte wurden abgesagt. Disneyland Shanghai bleibt am Samstag geschlossen und bot kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen an.

Die Fallzahlen in China nehmen von Tag zu Tag zu: Der Nachrichtenagentur dpa zufolge sind inzwischen mehr als 900 Infektionen bestätigt worden. Hinzu kämen mehr als 1000 Verdachtsfälle. 26 Menschen kamen bislang infolge der Ansteckung ums Leben.

Japan verschärft Reisewarnung

Auch andere Staaten haben erste Fälle des Coronavirus gemeldet: die USA, Japan, Südkorea, Thailand und Vietnam. Singapur bestätigte am Morgen zwei neue Infektionen und damit insgesamt drei Erkrankungen.

Japan verschärfte seine Reisewarnungen für die Provinz Hubei auf die Warnstufe drei. Erst einen Tag zuvor hatte das japanische Außenministerium die Warnstufe von eins auf zwei erhöht. Auch andere Staaten greifen zu Vorsichtsmaßnahmen. Medien zufolge stellte Russland die Direktflüge nach Wuhan ein. Der Istanbuler Flughafen prüft Reisende aus China per Wärmebildkamera auf erhöhte Temperatur.

Das Auswärtige Amt hat bislang keine Reisewarnung ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte in den tagesthemen, sein Ministerium stehe aber in täglichem Kontakt mit Experten und beobachte die Entwicklung "sehr wachsam, aber gleichzeitig auch mit kühlem Kopf". Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht bisher davon ab, einen internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen.

China: Reise-Beschränkungen für weitere Millionenstädte
Steffen Wurzel (SWR, Shanghai)
24.01.2020 12:47 Uhr

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Mit Informationen von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Über dieses Thema berichtete am 24. Januar 2020 das ARD-Morgenmagazin um 05:41 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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