Ein Blick auf die leere Champs Elysees in Paris. | Bildquelle: AP

Kampf gegen Corona in Europa Wie lange gelten die Beschränkungen?

Stand: 29.03.2020 12:15 Uhr

Zu Hause bleiben, Grenzen dicht, die Wirtschaft im Lockdown - wegen der Corona-Pandemie haben fast alle europäischen Länder ihr öffentliches Leben heruntergefahren. Wie lange gelten die Beschränkungen - ein Überblick.

In Europa leidet Italien besonders unter der Corona-Pandemie. Die Ausgangsbeschränkungen traten bereits am 10. März in Kraft und gelten zunächst einmal bis Freitag, 3. April. Es wird aber erwartet, dass der Lockdown verlängert wird. Wann das geschieht, ist unklar.

In Spanien sollten die Beschränkungen des öffentlichen Lebens ab dem 15. März zunächst zwei Wochen lang gelten. Vergangene Woche wurden sie aber um weitere zwei Wochen bis zum 11. April verlängert. Das wäre der Karsamstag.

Frankreichs Lockdown gilt seit zwölf Tagen - zunächst war er für 15 Tage geplant worden. Am Freitag kündigte Premier Édouard Philippe eine Verlängerung um mindestens 15 weitere Tage an, also bis zum 15. April, das wäre nach Ostern. In Deutschlands Nachbarland dürfen die Bürger nur mehr für wenige Ausnahmen aus der Wohnung oder aus dem Haus. Diese Woche wurden die Bedingungen teils noch einmal verschärft.

In Großbritannien traten vergleichsweise spät - am 23. März - Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Sie sollen mindestens für drei Wochen gelten, also bis zum 13. April, dem Ostermontag. Dann will die Regierung die Lage neu bewerten.

Die österreichischen Maßnahmen sind zunächst bis Ostermontag, 13. April, befristet. Die meisten gehen von einer Verlängerung um mindestens eine Woche aus.

In der Schweiz gilt bisher der 19. April als letzter Tag der Beschränkungen. 

Ausgangsbeschränkungen gibt es in den Niederlanden seit knapp zwei Wochen - sie wurden am 23. März noch einmal deutlich verschärft. Die Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 6. April, das Veranstaltungsverbot sogar bis zum 1. Juni. Über eine mögliche Verlängerung will das Kabinett nächste Woche entscheiden.

In Belgien wurden die am 18. März verhängten Ausgangsbeschränkungen bereits am Freitagabend verlängert: Sie sollen nun mindestens bis 19. April gelten. Ursprünglich waren sie bis 5. April angekündigt worden.

In Tschechien gelten die Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung zunächst bis zum 1. April - Regierungschef Andrej Babis rechnet aber mit einer Verlängerung bis über Ostern hinaus. Der Ausnahmezustand ist davon unabhängig bis zum 11. April ausgerufen, soll aber nach dem Willen des Ministerpräsidenten um 30 Tage verlängert werden. Darüber entscheidet das Parlament.

Bulgarien hat am 13. März einen einmonatigen Ausnahmezustand verhängt - auch er könnte verlängert werden. Denn der Krisenstab in Sofia geht jetzt von einem Höhepunkt der Covid-19-Erkrankungen um das orthodoxe Osterfest herum am 19. April aus. Ausgangsbeschränkungen wie in anderen Ländern gibt es noch keine.

In Polen müssen die Menschen bis zum 11. April nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Die Slowakei hat noch keine allgemeinen Ausgangsbeschränkungen erlassen, in der Öffentlichkeit muss aber ein Mundschutz getragen werden. Ein Lockdown nach bayerischem Vorbild ist in Ungarn erst seit diesem Samstag in Kraft. Er gilt zunächst bis zum 11. April. Dann kann er verlängert werden. 

In Dänemark und Norwegen gelten die Grenzschließungen und weiteren Maßnahmen bis einschließlich Ostern, also bis zum 13. April. In Finnland sind die Grenzen der Region Uusimaa rund um die Hauptstadt Helsinki bis zum 19. April geschlossen, landesweit geltende Maßnahmen haben verschiedene Ablaufdaten in den kommenden Wochen.

Slowenien ist seit dem 20. März im Lockdown. Menschen können aber zur Arbeit gehen, in Apotheken einkaufen oder Sport im Freien machen - sie müssen aber Abstand halten. In Serbien gilt eine Ausgangssperre seit dem 18. März. Seit dem Wochenende ist diese von 13.00 bis 5.00 Uhr in Kraft. Alle Menschen, die älter als 65 Jahre (in ländlichen Gebieten 70 Jahre) sind, müssen rund um die Uhr zuhause bleiben. Kroatien hat Reisen zwischen Städten am 23. März verboten.

Nordmazedonien hat eine Ausgangssperre zwischen 21.00 und 6.00 Uhr verhängt, an Wochenenden zwischen 16.00 und 5.00 Uhr. Es gibt Überlegungen der Behörden in Skopje, Regelungen an bestimmte Altersgruppen anzupassen. Demnach könnten sich alle Menschen, die älter als 67 Jahre sind, nur zwischen 5.00 und 11.00 Uhr im Freien aufhalten. Jüngere Menschen müssten zwischen 21.00 und 12.00 Uhr in ihren Wohnungen bleiben.

Und außerhalb Europas?

Ein Blick über Europas Grenzen zeigt ähnliches: US-weit gilt noch bis Montag eine Richtlinie der Regierung, die etwa vorsieht, dass Ansammlungen mit mehr als zehn Menschen vermieden werden sollen. In den mehreren Bundesstaaten wurden allerdings auch Ausgangsbeschränkungen verhängt. So wurde die Bevölkerung in Kalifornien bereits vor mehr als einer Woche aufgerufen, zu Hause zu bleiben - dies gilt bis auf weiteres. Der Bundesstaat New York hat alle "nicht lebenswichtigen" Geschäfte und Dienstleistungen seit dem 22. März bis auf weiteres geschlossen. Die Bürger sind angehalten, weitestgehend zu Hause zu bleiben. In der Hauptstadt Washington gelten ähnliche Maßnahmen zunächst bis zum 24. April.

In der chinesischen Millionenstadt Wuhan, in der die Epidemie Ende Dezember ausgebrochen war, wurde die zweimonatige Komplett-Abriegelung langsam etwas gelockert. Die Einreise in die Hauptstadt der Provinz Hubei ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt aber noch bis zum 8. April. Der U-Bahn- und Fernverkehr wurde wiederaufgenommen, Einkaufszentren dürfen kommende Woche ihre Pforten öffnen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2020 um 13:15 Uhr.

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