Michael Cohen | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX

Cohen vor dem Kongress "Das Lügen wurde normal"

Stand: 28.02.2019 01:28 Uhr

Bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress hat Trumps ehemaliger Anwalt Cohen ein desaströses Bild des mächtigsten Mannes der Welt gezeichnet - und schwere Anschuldigungen gegen den Präsidenten erhoben.

Von Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Michael Cohen hatte einmal erklärt, er würde sich jeder Zeit vor Donald Trump stellen und würde auch eine Kugel für ihn abfangen.

Im Kongress sagte der frühere Anwalt unter Eid aus, jeder Mitarbeiter der Trump-Organisation habe die Aufgabe, Donald Trump zu beschützen: "Die meisten von uns wussten, dass wir jeden Tag für ihn lügen werden. Das wurde normal." Und genau das geschehe momentan auch in diesem Land und in dieser Regierung so Cohen. Dabei sah sich der Zeuge Cohen die republikanischen Abgeordneten im Ausschuss genau an.

Die Republikaner hatten zum Auftakt noch versucht, mit einer Verfahrensfrage die Aussage des früheren Anwalts und Fixers von Präsident Trump zu verschieben. Die Demokraten stemmten sich dagegen.

Ex-Anwalt Cohen belastet Trump in Kongress-Anhörung
tagesschau 20:00 Uhr, 27.02.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Cohen entschuldigte sich für seine Lügen

Cohen entschuldigte sich, dass er in seiner ersten Aussage vor dem Kongress gelogen hatte. So habe Trump durchaus Geschäftsbeziehungen zu Russland gehabt und diese noch während des Wahlkampfs im Jahr 2016 verfolgt.

Trump habe von ihm erwartet, zu lügen. Ausdrücklich dazu aufgefordert habe der Präsident ihn aber nicht. So funktioniere Trump nicht, sagte Cohen.

Trumps Ex-Anwalt legte im Ausschuss außerdem Kopien von Schecks vor, die belegen sollen, dass er 2016 in Trumps Auftrag kurz vor der Wahl Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gezahlt hatte.

Auf die Frage der demokratischen Abgeordneten Katie Hill, was Cohen über die Rückzahlung des Geldes sagen sollte, antwortete er: "Dass er nichts von den Rückzahlungen, oder von meinem Vorgehen wusste."

Cohen belastete außerdem Trumps Berater Roger Stone schwer: 2016 habe Stone in einem Telefonat Trump die Veröffentlichung der Clinton-Emails durch Wikileaks in Aussicht gestellt.

Das Medieninteresse an den brisanten Aussagen von Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen war gewaltig. | Bildquelle: AP
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Das Medieninteresse an den brisanten Aussagen von Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen war gewaltig.

Bislang unbekannte Vorwürfe gegen Trump

Bei Cohens Befragung  kam außerdem heraus, dass Ermittler in New York weiteren Fällen nachgehen, in denen der Präsident womöglich gegen das Gesetz verstoßen hat. Diese Vorwürfe sind aber bisher der Öffentlichkeit nicht bekannt. Mehr wollte Trumps früherer Anwalt Cohen dazu nicht sagen. Er ist offenbar als Zeuge involviert.

Die Republikaner im Ausschuss hatten wenig zu Trumps Verteidigung zu sagen. Sie konzentrierten sich darauf, die Glaubwürdigkeit des Zeugen in Frage zu stellen.

An einem Punkt erklärte der Abgeordnete Glen Higgins, es gehe den Demokraten nicht um Aufklärung. Es sei stattdessen ein Versuch, dem Präsidenten zu schaden "und eine Art Grundstein für ein Amtsenthebungsverfahren zu legen". Das sei die eigentliche Absicht der demokratischen Mehrheit im Ausschuss.

Brenda Lawrenz von den Demokraten entgegnete, die Anhörung habe nicht das Ziel, den Präsidenten in Misskredit zu bringen: "Es geht um den Amtseid den wir ablegen, in dem wir schwören, zu kontrollieren und dafür zu sorgen, Recht und Gesetz zu folgen."

Cohen wird dem Geheimdienstausschuss in einer weiteren Anhörung zur Verfügung stehen, dann aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Februar 2019 um 18:00 Uhr.

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