Michael Cohen | Bildquelle: AFP

Trumps früherer Anwalt Cohen sagt vor US-Kongress aus

Stand: 11.01.2019 03:18 Uhr

Trumps früherer Anwalt Cohen gilt als wichtige Figur bei den Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Mueller. Jetzt will der vom Präsidenten als "Ratte" Gescholtene vor dem US-Kongress aussagen.

Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, will im kommenden Monat vor dem US-Kongress aussagen. Cohen werde in einer öffentlichen Sitzung am 7. Februar Rede und Antwort stehen, erklärte das von den US-Demokraten kontrollierte Aufsichtsgremium im Repräsentantenhaus. Cohen teilte in einer Stellungnahme mit, er habe die Einladung für die Anhörung angenommen, um "zu kooperieren und den Amerikanern Antworten zu geben".

Cohen gilt als wichtige Figur in der Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller über mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Moskau. Er ist auch wichtig bei Ermittlungen von Staatsanwälten in New York zu Verstößen bei der Wahlkampffinanzierung im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Porno-Darstellerin und ein früheres Playmate, die eigenen Aussagen nach Sex mit Trump hatten. Staatsanwälte werfen Trump vor, diese Zahlungen während des Wahlkampfs 2016 angeordnet zu haben. Trump bestreitet, Affären mit den Frauen gehabt zu haben.

Trump gibt sich sorglos

Cohen hat in beiden Ermittlungen eine Schuld zugegeben. Er wurde im Dezember zu drei Jahren Haft verurteilt - unter anderem wegen Verstößen gegen die Parteienfinanzierung. Trump bestreitet ein Fehlverhalten und versucht, Cohens Aussagen Bedeutung zu nehmen, indem er ihn als Lügner darstellt.

Trump an der Grenze zu Mexiko | Bildquelle: AP
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Trump zeigte sich von Cohens Ankündigung unbeeindruckt.

Auf die Frage von Reportern zu Cohens Auftritt bei der Anhörung sagte Trump, er mache sich "überhaupt keine Sorgen". Vergangenen Monat hatte er seinen ehemaligen Vertrauten als "Ratte" beschimpft, die der Bundespolizeibehörde FBI bei deren "Hexenjagd" helfe. 

Cohen wiederum beschuldigt Trump, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. In einem Interview nach seiner Verurteilung sagte er: "In der Trump-Organisation ist nichts passiert, was nicht über Trumps Schreibtisch gegangen ist." Er, Cohen, sei loyal zu jemandem gewesen, der keine Loyalität verdiene.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2019 um 04:55 Uhr.

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