Flagge der USA und Chinas | Bildquelle: dpa

Streit um INF-Abkommen China mahnt Trump zur Ruhe

Stand: 23.10.2018 14:52 Uhr

Trump hat auch China gedroht, das Nukleararsenal aufzustocken. Er stört sich daran, dass das INF-Abkommen die USA daran hindert, dem Aufrüsten Chinas etwas entgegenzusetzen. Peking mahnt zur Ruhe.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Die Atommacht China hat das Vorhaben der USA kritisiert, aus dem Abrüstungsabkommen mit Russland auszusteigen. Außenministeriumssprecherin Hua Chunying wies außerdem die US-Darstellung zurück, Chinas Aufrüstung habe etwas mit dem geplanten Rückzug aus dem Vertrag zu tun: "Die einseitige Abkehr der USA wird viele negative Auswirkungen haben", sagte sie. Es sei völlig falsch, China zu beschuldigen und in den Rückzug aus dem Vertrag zu involvieren.

Alle Beteiligten müssten die bisherigen Fortschritte erkennen und zu schätzen wissen, sagte Hua weiter. Der Vertrag sei Resultat jahrelanger Verhandlungen und harter Arbeit: "Wir hoffen, dass die USA klug mit der Sache umgehen, zu Verhandlungen bereit sind, und nachdenken, bevor sie handeln."

Trump hatte angekündigt, seine Regierung werde die derzeit verbotenen Waffen bauen, sollten Russland und auch China einem neuen Abkommen nicht zustimmen. Die USA stören sich daran, dass der Vertrag sie daran hindert, dem Aufrüsten Chinas etwas entgegenzusetzen. Die Volksrepublik ist bislang kein Vertragspartner.

Bislang 45 Waffentests

China gilt als offizielle Atommacht und testete bislang 45 Atomwaffen. 1964 erklärte das Land den einseitigen Verzicht auf den Ersteinsatz von Kernwaffen. Die letzten Explosionen fanden 1996 statt.

Die Regierung in Peking hält genaue Informationen zu seinem Atomwaffenarsenal streng geheim. Experten gehen davon aus, dass das Land etwa 260 atomare Sprengköpfe und 50 bis 60 Interkontinentalraketen besitzt - das wichtigste Trägermittel für Kernwaffen. US-Militärs verweisen darauf, dass ein Großteil des chinesischen Waffenarsenals heute aus Mittelstreckenraketen bestehe.

China setzt zudem stark auf die zivile Nutzung der Kernkraft und hat bereits 45 Atomkraftwerke am Netz. 15 Meiler befinden sich noch im Bau, weitere sind in der Planung. Auch wenn Japan und Fukushima nicht weit sind: Eine Debatte über die Sicherheit der Kernkraft findet in China nur am Rande statt. Für die Chinesen bleibt die Atomenergie eine wichtige Energiequelle der Zukunft.

INF-Ausstieg: Chinas Reaktion, Chinas Atomprogramm
Axel Dorloff, ARD Peking
23.10.2018 15:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Oktober 2018 um 13:07 Uhr.

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