Start von "Tiangong 2" in chinesischer Gobi-Wüste | AFP

Test-Raumstation "Tiangong 2" gestartet Chinas "Himmelspalast" ist im All

Stand: 15.09.2016 20:30 Uhr

Die chinesische Test-Raumstation "Tiangong 2" ist auf dem Weg ins All. Im Oktober sollen zwei Astronauten für einige Wochen in die Raumstation einziehen. Bis 2022 plant China eine ständige bemannte Raumstation.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

"Tiangong 2" ist unterwegs in den Weltraum. Um kurz nach 16 Uhr deutscher Zeit startete im chinesischen Teil der Wüste Gobi die Rakete mit der Weltraumstation. Der "Himmelspalast", so die deutsche Übersetzung, ist rund 15 Meter lang und gilt nach offiziellen Angaben als Test-Raumstation.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Nächsten Monat sollen zwei chinesische Astronauten ins All starten und für einige Wochen in den "Himmelspalast" einziehen. Besonders stolz ist man in China auf eine völlig neu entwickelte Atomuhr, die mit an Bord der gestarteten Tiangong-2-Mission ist. Entwickelt wurde diese Uhr von Forschern in Shanghai. Sie gilt als die exakteste je entwickelte Atomuhr. In einer Milliarde Jahre geht sie eine Sekunde falsch, das ist etwa dreimal besser als die bisherige Weltrekord-Atomuhr, die in Colorado in den USA steht. Chinas Weltraumbehörde erforscht Atomuhren für künftige besonders genaue Satelliten-Navigationssysteme.

Ständige Raumstation bis 2022 geplant

Die Chinesen verfolgen ein sehr ehrgeiziges Weltraumprogramm. Vor fünf Jahren wurde bereits Tiangong 1 gestartet, bis 2022 ist eine ständig bemannte große Raumstation geplant. Zwei Jahre später soll der erste Chinese auf dem Mond landen, bis 2050 ist ein bemannter Flug zum Mars geplant.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 22. September 2017 um 18:05 Uhr in der Sendung IQ Wisschenschaft und Forschung.