Proteste in der chilenischen Stadt Concepcion  | Bildquelle: REUTERS

Proteste in Chile Zehntausende trotzen der Ausgangssperre

Stand: 24.10.2019 08:35 Uhr

Seit fast einer Woche gibt es in Chile Massenproteste gegen die soziale Ungleichheit im Land. Mit seinen Zugeständnissen konnte Präsident Piñera die Bevölkerung bislang nicht besänftigen.

Die Situation in Chile ist auch nach den von Präsident Sebastian Piñera angekündigten Sozialreformen angespannt. Zehntausende Menschen beteiligten sich erneut an Kundgebungen in der Hauptstadt Santiago de Chile und in anderen Städten des Landes. Auf dem zentralen Nunoa-Platz in Santiago weigerten sich Demonstranten, nach Beginn der Ausgangssperre nach Hause zu gehen. Sie wurden von der Polizei mit Tränengas auseinandergetrieben.

In der Hauptstadt sowie in der Hafenstadt Valparaiso kam es zu Plünderungen. Außerdem begann ein zweitägiger Generalstreik, zu dem Gewerkschaften und Sozialverbände aufgerufen haben.

Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften in Chile
tagesschau 09:00 Uhr, 24.10.2019

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Staatschef Piñera hatte angesichts der Unruhen am Dienstagabend eine Reihe sozialer Maßnahmen angekündigt, unter anderem eine Anhebung der Mindestrente und des Mindestlohns, niedrigere Medikamentenpreise, höhere Steuern für Spitzenverdiener und eine Senkung der Gehälter von Parlamentariern und Ministern. Die Protestierenden konnte er damit aber nicht besänftigen.

Bislang mindestens 18 Tote

Die gewaltsamen Protestaktionen hatten am Freitag begonnen und sich zunächst gegen den Anstieg der Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr gerichtet. Sie weiteten sich jedoch innerhalb kürzester Zeit zu einem generellen Protest gegen soziale und wirtschaftliche Probleme aus. Mindestens 18 Menschen kamen bislang ums Leben. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Menschenrechte wurden fünf der Opfer von Sicherheitskräften getötet. Das Institut registrierte 535 Verletzte und 2410 Festnahmen. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission verurteilte sowohl die "übermäßige Gewaltanwendung" von Seiten der Sicherheitskräfte als auch die "Gewalttätigkeit von Zivilpersonen" bei den Protesten.

Die Protestierenden fordern auch eine Ende des Ausnahmezustandes und des Einsatzes von Soldaten. Die Regierung berief aber Reservisten ein, um die 20.000 Soldaten logistisch zu unterstützen, die landesweit im Einsatz sind. Es ist das erste Mal seit dem Ende der Diktatur unter General Augusto Pinochet 1990, dass in Chile das Militär patrouilliert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2019 um 09:00 Uhr.

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