Brandbekämpfer in Australien. | Bildquelle: AP

Buschbrände in Australien Kriegsschiffe und Reservisten gegen die Feuer

Stand: 04.01.2020 09:55 Uhr

Jetzt sollen Kriegsschiffe und Tausende Reservisten helfen: Im Kampf gegen die Buschbrände in Australien ruft die Regierung immer mehr Militär zur Hilfe. Die Zahl der Toten stieg auf 23. Eine Fläche größer als Belgien ist zerstört.

Im Kampf gegen die verheerenden Buschbrände in Australien ruft die Regierung zunehmend das Militär zu Hilfe. Ministerpräsident Scott Morrison kündigte den Einsatz eines dritten Kriegsschiffs, der HMAS "Adelaide", zur Unterstützung der Evakuierung aus Küstenstädten an. Die "Adelaide" soll den Bewohnern der Bundesstaaten New South Wales and Victoria bei der Evakuierung helfen. Zwei weitere Schiffe, die MV "Sycamore" und die HMAS "Choules", sind bereits vor der Stadt Mallacoota im Einsatz.

Evakuierte aus Mallacoota gehen von Bord des Navy-Schiffes "Choules", Hastings/Australien | Bildquelle: REUTERS
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Kriegsschiffe bringen Menschen aus den Brandgebieten.

Erstmals Pflichteinsatz für Reservisten

Zudem sollen bis zu 3000 Reservisten einberufen werden und Militärstützpunkte als Notunterkünfte dienen. Verteidigungsministerin Linda Reynolds sagte, erstmals in der Geschichte des Landes gebe es einen Pflichteinsatz für Reservisten. Zudem würden 20 Millionen australische Dollar (rund 12,45 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt, um zusätzlich vier Löschflugzeuge zu leasen, kündigte Morrison in Canberra an. "Die Entscheidung bringt mehr Füße auf die Erde, mehr Flugzeuge in die Luft, und mehr Schiffe auf See", sagte der Regierungschef.

Australische Regierung setzt im Kampf gegen Buschbrände auf Hilfe des Militärs
tagesschau 16:00 Uhr, 04.01.2020, Stella Peters, NDR

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Morrison steht in der Kritik. Er gilt als Kohle-Förderer - Australien ist der weltgrößte Exporteur von Kohle und Flüssiggas. Die Brände sieht Morrison als Naturkatastrophe. Seine Klimapolitik will er deswegen nicht ändern. Viel Kritik brachte ihm auch sein Hawaii-Urlaub über Weihnachten ein. Bei einem Besuch im Feuergebiet, in Cobargo, war Morrison beschimpft worden.

Wegen der Buschfeuer wurden bereits Tausende Menschen aus mehr als zwei Dutzend Küstenstädten im Südosten des Landes in Sicherheit gebracht. Den Behörden zufolge ist dies die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte Australiens in Friedenszeiten.

Die Buschfeuer auf dem Kontinent wüten bereits seit Monaten. Seit September starben laut Morrison 23 Menschen. Mehr als fünf Millionen Hektar Land sind abgebrannt, das entspricht ungefähr der anderthalbfachen Fläche Belgiens. Und die Lage dürfte sich bei Temperaturen von bis zu 46 Grad weiter zuspitzen. Blitze könnten neue Feuer entfachen.

Verheerende Folgen für Tier- und Pflanzenwelt

Doch die Buschbrände bedrohen nicht nur Menschenleben und ganze Ortschaften. Auch die Folgen für die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Kontinents sind verheerend. Experten schätzen, dass allein in dem besonders betroffenen Bundesstaat New South Wales bereits fast eine halbe Milliarde Tiere in den Flammen ums Leben gekommen sind.

Rauch auf einer Straße in New South Wales, Australien. | Bildquelle: AFP
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Die Feuer haben auch verheeerende Folgen für Tiere und Pflanzen.

Er gehe davon aus, dass landesweit bereits Milliarden von Tieren durch die Feuer ums Leben gekommen seien, sagt Andrew Beattie von der Macquarie-Universität nahe Sydney, "wenn man Säugetiere, Vögel, Reptilien und größere Insekten wie Schmetterlinge mit einrechnet". Es sei "ziemlich sicher, dass in großen Teilen dieser sehr ausgedehnten Brandgebiete der größte Teil der Tierwelt tot ist", betont der Biologe. "Die Flora und Faune ist fort."

Besonders betroffen sind die ohnehin schon durch Krankheiten und den Verlust ihres Lebensraums bedrohten Koalas: Die Beuteltiere leben auf Bäumen, ernähren sich nur von bestimmten Eukalyptusarten und sind nicht schnell genug, um vor den Flammen zu fliehen. Schon vor den derzeitigen Buschbränden ging die Zahl der Koalas in New South Wales und Queensland zwischen 1990 und 2010 um 42 Prozent zurück - keiner weiß, wie viele nun durch die Buschbrände verendeten.

Die Zukunft der am schwersten verbrannten Gebiete hängt nach Beatties Worten von Faktoren wie dem Niederschlag und dem Klima in den kommenden Monaten ab. Es könne bis zu 40 Jahre dauern, bis die Habitate wiederhergestellt seien.

Über dieses Thema berichteten am 04. Januar 2020 tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:50 Uhr.

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