Königin Elizabeth II | REUTERS

Nach Rassismusvorwürfen Buckingham-Palast veröffentlicht Personaldaten

Stand: 24.06.2021 09:38 Uhr

Der Buckingham-Palast hat erstmals Zahlen zur Zusammensetzung seines Personals veröffentlicht: 8,5 Prozent zählten zu ethnischen Minderheiten, bis 2022 sollen es mehr werden. Harry und Meghan hatten Rassismusvorwürfe gegen das Königshaus erhoben.

Nach Rassismusvorwürfen hat das britische Königshaus erstmals öffentlich gemacht, wie viele seiner Angestellten ethnischen Minderheiten angehören. Im Moment seien es 8,5 Prozent, bis zum nächsten Jahr sollten es zehn Prozent sein, teilte der Palast in einem jährlichen Bericht zu den königlichen Finanzen mit.

Aus Palastkreisen verlautete, damit solle für mehr Transparenz gesorgt werden. Man werde nicht erreichte Ziele zur Diversität der Belegschaft nicht verbergen können, heißt es in Agenturberichten unter Berufung auf eine Gewährsperson. Den veröffentlichten Zahlen zur Belegschaft zufolge hatten mehrheitlich Männer ranghohe Posten inne. Von 34 ranghohen Angestellten waren 25 Männer.

Der britische Prinz Harry und seine Frau Meghan hatten in einem Interview mit Oprah Winfrey Vorwürfe des Rassismus innerhalb der königlichen Familie erhoben. Meghan sagte, ein Mitglied der Königsfamilie habe Bedenken wegen der Hautfarbe ihres damals ungeborenen Sohnes Archie geäußert. Beide sagten in dem Interview auch, Meghan sei als Mitglied der Königsfamilie schlecht behandelt worden.

Aus dem Jahresbericht ging hervor, dass Harry und Meghan 2,4 Millionen Pfund für die Renovierung ihres Anwesens nahe Schloss Windsor zurückgezahlt haben. Diese war mit Steuergeldern finanziert worden, als der Herzog und die Herzogin noch arbeitende Mitglieder der Königsfamilie waren. Weil sie sich von königlichen Pflichten zurückgezogen haben, mussten sie das Geld erstatten.

Auch nach der Aufgabe seiner royalen Pflichten erhielt Harry noch Geld vom britischen Königshaus. Sein Vater Prinz Charles habe ihn und Meghan mit einer "erheblichen Summe" unterstützt, sagte ein Sprecher des Thronfolgers. Charles habe dem Paar dabei helfen wollen, nach dem Umzug in die USA finanziell unabhängig zu werden. Da dies seit Sommer 2020 der Fall sei, seien dann die Zahlungen eingestellt worden. Harry hatte in dem Interview mit Oprah Winfrey gesagt, seine Familie habe ihn "finanziell abgeschnitten".

Interview mit Folgen

Die Vorwürfe hatten im Vereinigten Königreich hohe Wellen geschlagen. Es wurde insbesondere darüber spekuliert, auf welchen der Royals das Paar seine Vorwürfe bezog. Moderatorin Oprah Winfrey betonte später unter Berufung auf Harry, an den fraglichen Gesprächen seien weder die Queen noch deren Ehemann Prinz Philip beteiligt gewesen.

Die Queen steht an der Spitze des Commonwealth, einer Verbindung von 54 Staaten, viele davon in Afrika. Seit sie 1952 den Thron bestieg, hat sich die Bevölkerungsstruktur Großbritanniens verändert, die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund wächst stetig.

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KOMMENTARE

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dr.bashir 24.06.2021 • 13:27 Uhr

Wirkt ein wenig bemüht

"Im Moment seien es 8,5 Prozent, bis zum nächsten Jahr sollten es zehn Prozent sein,.." Mal ehrlich, was soll so eine Zahl beweisen. Dass man nicht rassistisch ist? Wie albern. Nehmen wir mal an, 90% des Reinigungspersonals gehören Minderheiten an, aber alle besseren Jobs sind der traditionell britischen Upper Class vorbehalten. Dann hilft das alles nichts. Allein schon der Versuch, sich mit so einer nichtssagenden Statistik vom Vorwurf des Rassismus reinzuwaschen wirkt albern und hilflos. Ich habe keine Ahnung, ob die Windsors Rassisten sind oder ob Meghan dramatisiert. Aber so eine Meldung hilft niemanden. Aber sagen wir so - je traditioneller und konservativer die Kreise sind, in denen man sich bewegt, desto größer ist die Gefahr, dass man auf andere herabschaut. Kommt in (gerade) in den "besten" Familien vor.