Eine Schwimmweste treibt auf dem Mittelmeer

Vor tunesischer Küste 43 Migranten nach Bootsunglück vermisst

Stand: 03.07.2021 15:41 Uhr

Nach einem Schiffsunglück vor der tunesischen Küste werden noch mindestens 43 Migranten vermisst. 84 Menschen konnten gerettet werden. Sie hatten versucht, von Libyen aus über das Mittelmeer in die EU zu gelangen.

Im Mittelmeer ist erneut ein Boot mit Migranten an Bord in Seenot geraten und gesunken. Wie der tunesische Rote Halbmond mitteilte, werden noch mindestens 43 Menschen vermisst. 84 Menschen hätten bislang gerettet werden können. Die Geretteten stammten aus dem Sudan, Eritrea, Ägypten, dem Tschad und Bangladesch.

Das Unglück ereignete sich vor der Küste Tunesiens. Das Boot war nach Angaben von Überlebenden in der Nacht zum Dienstag von der Küstenstadt Suara im Nordwesten Libyens aus Richtung Europa aufgebrochen und sank vor der südtunesischen Stadt Zarzis.

Bereits 170 Tote in diesem Jahr

Immer wieder machen sich Menschen in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben von Tunesien und Libyen aus auf die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa - meist im Sommer, wenn sich das Wetter bessert. Die Menschen stechen in kleinen, oft überfüllten und kaum seetauglichen Booten von Afrika aus in See. Meist starten sie von Tunesien und Libyen, häufig ist die italienische Insel Lampedusa das Ziel. Auf dieser Mittelmeerroute kamen der Internationalen Organisation für Migration zufolge allein in der ersten Jahreshälfte mehr als 170 Menschen ums Leben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Juli 2021 um 15:35 Uhr.