Evo Morales | Bildquelle: REUTERS

Abstimmung in Bolivien Morales droht die Stichwahl

Stand: 21.10.2019 06:51 Uhr

So lange wie Boliviens Präsident Morales ist niemand in Südamerika an der Macht - doch jetzt könnte es eng für ihn werden. Bei der Wahl verfehlte er nach vorläufigen Ergebnissen die absolute Mehrheit.

Von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires

Ein weiterer Triumph, ruft Evo Morales seinen Anhängern im Regierungspalast zu: "Wir haben die vierte Wahl hintereinander gewonnen." Tatsächlich ist am Wahlsieg des Präsidenten nicht zu rütteln - in der Schnellauszählung der Wahlbehörde kommt Morales auf mehr als 45 Prozent der Stimmen. Unabhängige Umfragen kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

 "Und das gegen eine Rechte, die in die Vergangenheit zurück will, aber die müssen noch warten. Wir werden unseren Prozess des Wandels fortsetzen", sagte Morales.

Morales muss vermutlich in die Stichwahl
tagesschau 09:00 Uhr, 21.10.2019, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

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Morales hat einen starken Widersacher

Doch der Triumph des Linkspopulisten ist nicht so klar wie es zunächst scheint. Tatsächlich wären 45 Prozent das schlechteste Ergebnis, das Morales je eingefahren hat. Bei den letzten Wahlen lag er jeweils weit über 60 Prozent. Und vor allem würde es heißen: Er muss sich Mitte Dezember wohl einer Stichwahl stellen. Deswegen sieht sich auch Carlos Mesa, führender Kandidat der Opposition als Sieger der Wahl. "Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass wir in der zweiten Runde sind", sagte er nach der Wahl. Sein Lager holte zunächst 38 Prozent der Stimmen.

Das führt zu einer Situation, die Morales gefährlich werden kann. Denn in der Stichwahl dürfte Mesa die Stimmen der bislang zersplitterten Opposition auf sich vereinen. Viele Beobachter geben ihm deshalb gute Chancen, in der zweiten Runde den Präsidenten zu überflügeln - so wie der Politologe Franklin Pareja von der San Andrés-Universität: "Verschiedene Umfragen und Studien deuteten darauf hin, dass Mesa im zweiten Wahlgang gewinnen könnte", sagt er.

Boliviens Expräsident Mesa | Bildquelle: dpa
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Morales' Kontrahent Mesa stand bereits einmal an der Spitze des Landes. Von 2003 bis 2005 war er Staatschef.

 Schnellauszählung abgebrochen

Für Unruhe sorgte in La Paz allerdings, dass die Schnellauszählung nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse nicht fortgesetzt wurde. Denn bei diesen Zahlen fehlten noch eine Reihe ländlicher Wahlbezirke, in denen Morales immer gut abgeschnitten hat.

Die Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten verlangten eine Erklärung dafür - auch wenn es rechnerisch unmöglich erscheint, dass die noch fehlenden Stimmbezirke das Ergebnis noch kippen könnten. Immerhin beruhte das vorläufige Ergebnis auf einem Auszählungsstand von 89 Prozent. Morales sprach allerdings nicht von der Stichwahl. Er sagte, er vertraue darauf, dass die Ergebnisse vom Land eine Fortsetzung seines Wandels garantieren

 Verfassung verbietet Morales' Kandidatur

Morales' Kandidatur ist in hohem Maß umstritten. Die Verfassung erlaubt eigentlich nur eine Wiederwahl - doch eine Richterin hatte Morales trotzdem erlaubt, zum vierten Mal anzutreten.

Wahl in Bolivien - Evo Morales gewinnt, muss aber wohl in die Stichwahl
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
21.10.2019 09:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 21. Oktober 2019 um 06:07 Uhr und 07:11 Uhr.

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