Männer stehen mit Kerzen in der Nähe des Anschlagsortes in Bogotá | Bildquelle: LEONARDO MUNOZ/EPA-EFE/REX

Bombenexplosion in Kolumbien Viele Tote bei Anschlag in Bogota

Stand: 18.01.2019 10:49 Uhr

Bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in Bogota sind 21 Menschen getötet worden. Auch der Attentäter kam ums Leben. Ermittler identifzierten ihn als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN.

Nach dem Bombenanschlag auf die Polizeischule General Santander in Bogota ist die Zahl der Todesopfer auf 21 gestiegen. 68 Menschen wurden bei dem Anschlag im Süden der kolumbianischen Hauptstadt verletzt, wie die Tageszeitung "El Tiempo" berichtet. Staatspräsident Iván Duque sprach von einem "abscheulichen Terrorakt" und rief drei Tage Staatstrauer aus. Er ordnete zudem schärfere Grenz- und Sicherheitskontrollen an.

Attentat auf Polizeischule in Bogota
tagesschau 12:00 Uhr , 18.01.2019, Xenia Böttcher, ARd Mexiko Stadt

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Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft steuerte der Täter sein Auto durch den Haupteingang der Schule. Als ein Spürhund bei der Kontrolle anschlug, gab der Fahrer Gas und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände.

Dort explodierte das Auto, das mit 80 Kilogramm des starken Sprengstoffs Pentolit beladen war, wie Generalstaatsanwalt Néstor Humberto Martínez sagte. Mehrere Gebäude wurden beschädigt, das Fahrzeug brannte aus.

Anschlagsort in Bogotá | Bildquelle: MAURICIO DUENAS CASTANEDA/EPA-EF
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Der Anschlagsort in Bogota.

Attentäter in Verbindung zur ELN

Auch der Attentäter kam nach Polizeiangaben ums Leben. Ermittler identifizierten ihn als Mitglied der linken Guerillaorganisation ELN. Der Mann habe unter dem Namen "Mocho Kico" 17 Jahre lang als Sprengstoffexperte in den Reihen der Rebellen im Osten des Landes gedient, berichtete der Fernsehsender Caracol unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. Er habe an einer tödlichen Krankheit gelitten und sei bezahlt worden, um den Anschlag zu verüben, zitierte der Sender Geheimdienstmitarbeiter.

Die ELN-Führung äußerte sich zunächst nicht. Die Guerillagruppe kämpft noch immer gegen den Staat. Die einst größte Rebellengruppe des Landes, FARC, hatte 2016 ein Friedensabkommen mit der Regierung geschlossen und die Waffen niedergelegt.

Mehr als 220.000 Tote im Bürgerkrieg

Bei dem seit mehr als 50 Jahren andauernden Bürgerkrieg zwischen staatlichen Kräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs kamen mehr als 220.000 Menschen ums Leben, mehr als fünf Millionen wurden vertrieben. Das Land ist bis heute zerrissen. Ex-Präsident Manuel Santos wurde für seine Bemühungen zur Beilegung des bewaffneten Konfliktes der Friedensnobelpreis zuerkannt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2019 um 09:00 Uhr.

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