Der designierte US-Präsident Joe Biden | Bildquelle: AP

Übergang nach US-Wahl Biden befürchtet mehr Corona-Tote

Stand: 17.11.2020 07:25 Uhr

Der Kampf gegen Corona hat für den gewählten US-Präsidenten Biden oberste Priorität. Amtsinhaber Trump verweigert jedoch weiter eine geordnete Übergabe. Biden warnt, die Blockade gefährde Menschenleben.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Der gewählte US-Präsident Joe Biden wollte sein Wirtschaftsprogramm vorstellen. Dann wurde er doch wieder nach Donald Trump gefragt: Was passiert, wenn der amtierende US-Präsident nicht bereit ist, seine Niederlage einzuräumen? "Womöglich sterben mehr Menschen", antwortete Biden - wenn sich sein Stab und die Trump-Administration nicht doch noch in der Corona-Krise abstimmen.

"Sie sagen, sie haben dieses Programm 'Warp-Geschwindigkeit' nicht nur um einen Impfstoff gegen Corona zu entwickeln, sondern ihn auch zu verteilen. Wenn wir jetzt bis zum 20. Januar mit der Planung warten müssen, verlieren wir Zeit. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns abstimmen."

"Arbeit belohnen - nicht Vermögen"

Biden erhöht damit in einer zentralen Frage den Druck auf die Trump-Administration, das Wahlergebnis zu akzeptieren - im Interesse aller Amerikaner. Die Vereinigten Staaten erleben gerade den dritten Anstieg der Corona-Infektionen. Im Schnitt kommen derzeit jeden Tag 150.000 neue Fälle dazu.

Diese Gesundheitskrise stellt alle anderen Pläne infrage. Trotzdem will Biden erklären, wie Millionen neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Er sagt, es sei an der Zeit, Arbeit in Amerika zu belohnen und nicht länger Vermögen. In einem Telefonat mit den Vorständen von Microsoft, dem Automobilhersteller General Motors oder dem Handelskonzern Target habe er immer wieder betont, er sei ein Mann der Gewerkschaften, so Biden.

Der Plan: Millionen Jobs durch erneuerbare Energien

Die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris zählte auf der Pressekonferenz die Branchen auf, in denen neue Jobs entstehen sollen: "Millionen gut bezahlte, gewerkschaftlich organisierte Jobs in der Autoindustrie, im Baugewerbe, der Pflege, der Serviceindustrie und im Hotel- und Gaststättengewerbe". Mit Ausnahme der Autoindustrie sind das genau die Branchen, die in der Zeit vor der Corona-Pandemie die meisten Jobs geschaffen haben in den USA. Also wo liegt die Neuerung?

"Wir müssen uns den Markt für Elektrofahrzeuge zu eigen machen", erklärte Biden. "550.000 Ladestationen, über eine Million gut bezahlte Arbeitsplätze hier daheim. Die Bundesregierung muss mehr in die Forschung von erneuerbaren Energie investieren."

All das sind langfristige Ziele, um aus der Wirtschaftskrise zu kommen. Kurzfristig verweist Biden auf ein weiteres tatsächlich Billionen schweres Hilfspaket, das Arbeitslosengeld aufstockt und Unternehmen mit Geld hilft, Zeit zu überbrücken. Im Kongress können sich Demokraten und Republikaner seit Wochen nicht über die Höhe der Hilfe einigen.

Biden: Ohne geordneten Übergang werden wohl mehr Menschen sterben
Torsten Teichmann, ARD Washington
17.11.2020 06:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. November 2020 um 06:32 Uhr.

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