Joe Biden | Bildquelle: REUTERS

Wahlkampfauftakt von Biden Der "Mittelschichts-Joe" stellt sich vor

Stand: 30.04.2019 09:08 Uhr

26 Minuten sprach Joe Biden zum Auftakt seines Wahlkampfes in Pittsburgh. Auftakt nach Maß? Wohl kaum. Denn der 76-jährige "Mittelschichts-Joe" wirkte trotz großer Worte seltsam kraftlos.

Von Thilo Kößler, Deutschlandfunk

Es gehört zu den Ritualen des amerikanischen Wahlkampfs, dass ein Bewerber bereits vor seiner ersten Wahlkampfrede als der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika angekündigt wird. Genauso war es auch bei Joe Biden in Pittsburgh. Doch das Ritual verkennt, wie lang der Weg bis zum Ziel tatsächlich ist. Und das lautet: Donald Trump im November 2020 aus dem Amt zu verdrängen.

Erster Wahlkampfauftritt von Joe Biden
Morgenmagazin, 30.04.2019, Verena Bünten, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Biden inszeniert sich als Mann der Mitte

Mit Biden, der 36 Jahre lang als Senator für Delaware im Kongress saß und zuletzt als Vize-Präsident von Barack Obama loyal seinen Dienst versah, macht sich einer der prominentesten und politisch erfahrensten Bewerber im unübersichtlichen Feld der Demokraten auf den Weg.

Wenn es ihm gelinge, Trump zu schlagen, dann hier in Pennsylvania, ruft Biden in die Menge. Tatsächlich müssen die Demokraten versuchen, im Rostgürtel Amerikas und im Mittleren Westen die Stimmen enttäuschter Stammwähler zurückzuholen, die 2016 für Donald Trump votierten. Er sei der "Mittelschichts-Joe", stellt sich Biden vor.

Joe Biden in Pittsburgh | Bildquelle: REUTERS
galerie

Seine Anhänger feierten Joe Biden in Pittsburgh bereits als den nächsten US-Präsidenten.

15 Dollar Mindestlohn

Drei Gründe nennt Biden für seine Kandidatur: Er wolle die verletzte Seele der Nation heilen. Er wolle die Mittelschicht wieder zum Rückgrat des Landes machen und die Vereinigten Staaten von Amerika wieder vereinen. Trump habe nicht nur das politische System des Landes ruiniert, sondern auch die Arbeiter verraten, ruft Biden.

Dass sich die Oberschicht unter Trump weiter schamlos bereichern könne, sei eine politische und ökonomische Einbahnstraße. In seiner Rede forderte Biden einen landesweiten Mindestlohn von 15 Dollar, außerdem Bildung für alle und eine Krankenversicherung für jedermann. Obamacare sei ein riesiger Fortschritt für das Land gewesen.

Seltsam kraftlos

Doch so recht wollte seine nur 26-minütige Rede vor Gewerkschaftern in Pittsburgh nicht zünden. Der 76-Jährige wirkte beim Start seines Wahlkampfes seltsam kraftlos und rückwärtsgewandt.

Zwar führt der Elder Statesman unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern die Umfragewerte mit derzeit 13 Prozent an. Doch das dürfte er vor allem seiner Bekanntheit zu verdanken haben, weniger seinem Programm. Bisher lässt er weder ein schlüssiges Gegenkonzept zu Trump erkennen, noch verbreitet er Aufbruchstimmung.

1/16

Diese US-Demokraten wollen Präsident werden

Das Feld der Präsidentschaftsbewerber bei den US-Demokraten ist geschrumpft, aber immer noch groß.

Das Weiße Haus in Washington

1600 Pennsylvania Avenue, besser bekannt als das Weiße Haus in Washington: Hier würden zahlreiche US-Demokraten gerne ab Januar 2021 ihren Hauptwohnsitz nehmen - als 46. US-Präsident. Die Zahl der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur wuchs zunächst immer weiter an, bis die ersten Bewerber im August aufgaben. Andere folgten noch vor Beginn der Vorwahlen. Dennoch war das Kandidatenfeld noch nie so vielfältig. Ein Favorit aber lässt sich noch nicht ausmachen. Ein Überblick. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Biden als "nostalgisches Versprechen"

Joe Biden stehe für das nostalgische Versprechen, zur politischen Normalität zurückzukehren, schrieb die "Washington Post" dieser Tage. Die weitaus jüngeren demokratischen Mitbewerber dürften versuchen, Biden auf der langen Wegstrecke bis zur Nominierung des demokratischen Spitzenkandidaten als "Yesterday Man" abzuqualifizieren.

Hoffnungsträger oder „Yesterday-Man“: Joe Biden eröffnet Wahlkampf
Thilo Kößler, Deutschlandfunk
30.04.2019 08:19 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. April 2019 um 05:11 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

Darstellung: