Silvio Berlusconi

"Bunga Bunga"-Prozess endet ohne Strafe Freispruch für Berlusconi

Stand: 16.03.2019 16:17 Uhr

Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi kann ein weiteres Gerichtsverfahren gegen ihn abhaken: Im Verfahren um Sex mit der minderjährigen Ruby wurde er in letzter Instanz freigesprochen. Der Schaden durch die "Bunga Bunga-Affäre" ist dennoch groß.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Für Silvio Berlusconi ist es ein Erfolg auf ganzer Linie. Ein Freispruch erster Klasse. Die Richter am obersten italienischen Gerichtshof bestätigten damit das Urteil des Berufungsgerichtes. Eine Verurteilung in erster Instanz zu sieben Jahren Haft ist damit für den Ex-Premier endgültig vom Tisch, und eines der brisantesten Gerichtsverfahren der italienischen Nachkriegsgeschichte wird zu den Akten gelegt.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautete: Beteiligung an der Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauch. Berlusconi soll mit der 17-jährigen Marokkanerin Karima El Mahroug alias Ruby Sex gegen Bezahlung gehabt haben. Später soll der damalige Premier Druck auf Polizisten ausgeübt haben, die junge Frau aus dem Polizeigewahrsam zu entlassen. Für beide Anklagepunkte fehlten den Richtern die Beweise. Sie sahen es als erwiesen an, dass Berlusconi nicht wusste, dass Ruby zum fraglichen Zeitpunkt minderjährig war. Er habe außerdem keinen unzulässigen Druck auf Beamte ausgeübt.

Der Schaden ist groß

Berlusconi hat dieses Gerichtsverfahren dennoch massiv geschadet, die Ermittlungen gegen ihn haben zutage gefördert, dass in seiner Villa bei Mailand regelmäßig Feste mit Prostituierten stattfanden. In einem weiteren Strang des Verfahrens wird dem 78-Jährigen vorgeworfen, bis zuletzt Ruby und andere junge Frauen fürstlich für ihr Stillschweigen vor Gericht entlohnt zu haben.

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