Autos stehen auf einer Straße in Batemans Bay | Bildquelle: AFP

Buschbrände in Australien Urlauber müssen Küstenstädte verlassen

Stand: 02.01.2020 08:44 Uhr

Noch immer bedrohen die Buschbrände in Australien zahlreiche Küstenorte. Die Behörden haben nun eine Sperrzone eingerichtet, die Urlauber unverzüglich räumen müssen. Fürs Wochenende wird eine neue Hitzewelle erwartet.

Die Bilder aus dem Militärhubschrauber zeigen brennende Wälder soweit das Auge reicht. Hochhaushohe Flammenwände, dichter Qualm verdunkelt den Himmel. Die Buschbrände in Australien haben bis zu 1300 Häuser zerstört, aber so genau weiß man es nicht. In viele Regionen kann nicht einmal die Feuerwehr vordringen.

Tausende Touristen müssen nun die Brandgebiete im Osten Australiens auf Anordnung der Behörden verlassen. Die Urlauber seien angewiesen, eine 250 Kilometer lange Zone entlang der Südküste des Bundesstaats New South Wales zu räumen, teilte der Verkehrsminister des Staates, Andrew Constance, mit. Es handele sich um die "größte Massenverlegung von Menschen aus der Region, die wir je erlebt haben". Hintergrund der Anordnung ist eine für das Wochenende erwartete Rückkehr einer Hitzewelle und starker Winde, was die Lage verschärfen dürfte.

Autos stehen auf einer Straße in Batemans Bay | Bildquelle: AFP
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Autos stauen sich auf einer Straße in Batemans Bay. Da die Behörden eine neue Hitzwelle erwarten, müssen Urlauber die Brandgebiete verlassen.

Daraufhin hat ein Massenexodus aus zahlreichen Küstenstädten von New South Wales eingesetzt. Luftaufnahmen zeigen lange Schlangen auf Ausfallstraßen. Inzwischen ist vielen Tankstellen der Sprit ausgegangen und die Supermärkte sind leergekauft.

200 Brände verwüsten den Osten

Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt. Nach Behördenangaben zerstörten die Buschbrände allein in dieser Woche 381 Häuser. Mindestens acht Menschen kamen dort und im Nachbar-Staat Victoria seit Montag ums Leben.

In den bevölkerungsreichsten Staaten des Landes lodern aktuell mehr als 200 Brände. Angefacht von ständig wechselndem Wind in Sturmstärke, der die Flammen durch die ausgedörrte Landschaft treibt. Kühleres Wetter seit dem Silvesterabend hat den Einsatz der Feuerwehr etwas erleichtert. Anwohner konnten dadurch zudem ihre Vorräte wieder aufstocken.

Insgesamt sind seit Beginn der Krise landesweit mindestens 17 Todesopfer zu beklagen. In ganz Down Under brannte bisher eine Fläche von rund fünf Millionen Hektar brannte ab. Was der Ausdehnung Brandenburgs und Sachsen-Anhalts zusammen entspricht.

Touristen in Australien müssen Gefahrenzonen verlassen
tagesschau 12:00 Uhr, 02.01.2020, Angela Ulmrich, NDR

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Hubschrauber versorgen Küstenort

Darüber hinaus gab es in einigen an der Küste gelegenen Gemeinden Engpässe bei Lebensmitteln und Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Grund hierfür war, dass seit Montag viele Straßen wegen der Brände und umgestürzter Bäume gesperrt waren.

Besonders betroffen sind die Einwohner der Küstenstadt Malacoota. 4000 Menschen haben sich vor dem Feuer an den Strand geflüchtet. Für sie gibt es nur den Ausweg übers Wasser. Auf Videos in den sozialen Netzwerken sieht man sie unruhig umherlaufen oder apathisch im Sand liegen, verzweifelte Stimmen sind zu hören.

Flugzeuge und Hubschrauber werfen Versorgungspakete mit Lebensmitteln und Wasser ab für die Anwohner und Urlauber, die seit dem Silvesterabend hier ausharren. Laut Verteidigungsministerium legte bereits ein Militärschiff in der Küstenstadt an, um 1000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Und es ist ja nicht nur Malacoota: Zehntausende sind an der Südostküste von New South Wales an die Strände geflohen und warten auf Rettung.

Keine Besserung in Sicht

Da die Feuer im aktuellen australischen Sommer besonders früh und mit solcher Wucht eingesetzt haben, stufen die Behörden die derzeitige Buschbrandsaison schon jetzt als die verheerendste seit Beginn der Aufzeichnungen ein. Und Besserung ist nicht in Sicht. Premierminister Scott Morrison erklärte, dass die Krise wahrscheinlich noch Monate andauern werde. Es werde solange weitergehen, "bis wir anständigen Regen bekommen", sagte er Reportern.

Mit Informationen von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Australiens Flammenhölle - Buschbrände
Holger Senzel, ARD Singapur
02.01.2020 09:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Januar 2020 um 09:00 Uhr.

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