Rauchschwaden steigen in Eden in den Himmel | Bildquelle: AFP

Brände in Australien Warnung vor Plünderern und Betrügern

Stand: 07.01.2020 14:26 Uhr

Während die Menschen in Australien weiter gegen die Flammen kämpfen, warnen die Behörden vor Plünderern. Die EU-Staaten bieten weitere Hilfe gegen die Brände an. Die Rauchwolke ist mittlerweile bis nach Südamerika gezogen.

In Australien kämpft die Feuerwehr weiter gegen die Brände, gleichzeitig weisen die Behörden auf Kriminelle hin, die die Situation offenbar ausnutzen. Im Bundesstaat New South Wales wurden nach Angaben der Polizei drei Menschen wegen des Verdachts auf Plünderungen angeklagt. In den Feuergebieten sollen Streifen etwaigen Dieben das Handwerk legen.

"Es ist schwer zu verstehen, dass es Leute gibt, die versuchen, sich auf Kosten von Gemeinden, die ohnehin schon so viel verloren haben, zu profitieren und sich zu bereichern", sagte Einsatzleiter Gary Worboys. Verbraucherschützer warnten zudem vor Spendenbetrügern.

Es wird wieder heißer

Die Arbeit der Feuerwehrleute wurde durch ein wenig Regen und kühlere Temperaturen etwas erleichtert. Aber auch diese Woche soll es wieder teilweise 40 Grad und heißer werden. Der Feuerwehrchef des Bundesstaates New South Wales, Shane Fitzsimmons, sagte, die mehr als 2600 Helfer nutzten die "günstigen Bedingungen", um sich vorzubereiten - bevor die Brandgefahr am Freitag voraussichtlich wieder steigen dürfte.

Trümmer eines niedergebrannten Hauses in Mogo Village | Bildquelle: AFP
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Die Schäden der Brände haben sich auf mehrere Hundert Millionen Euro summiert.

Die Schäden der riesigen Brände haben sich bereits auf mehrere Hundert Millionen Euro summiert. Auf die Versicherungen sollen bisher etwa Kosten in Höhe von 700 Millionen australischen Dollar zukommen, das sind etwa 430 Millionen Euro. Nach Angaben des australischen Versicherungsverbands gab es fast 9000 Schadensmeldungen - es wird aber erwartet, dass die Zahl noch deutlich steigt.

EU will helfen

EU-Ratspräsident Charles Michel bot dem Land mehr Unterstützung an. "Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sind bereit, mehr zu tun", schrieb Michel auf Twitter. "Wir stehen an der Seite aller Australier, die von dieser Katastrophe beispiellosen Ausmaßes betroffen sind." Das Angebot richtete sich an den australischen Premierminister Scott Morrison. Die EU hat nach Angaben Michels bisher mit Landkarten geholfen, Rettungsmaßnahmen zu erleichtern.

Die Auswirkungen der Brände sind sogar im 12.000 Kilometer entfernten Südamerika sichtbar: Eine riesige Rauchwolke hat den Pazifik überquert und die Sonne über Chile und Argentinien rötlich verfärbt, wie die örtlichen Wetterbehörden meldeten. Nach Angaben des Meteorologieunternehmens Metsul könnte die Wolke weiterziehen und sogar den brasilianischen Bundesstaat Río Grande del Sur erreichen.

Auswirkungen auf Australian Open?

Beim Tennisturnier Australien Open bereitet man sich vor: Auf der Tennis-Anlage in Melbourne stünden mit drei Plätzen mit Dach und acht Hallenplätzen Alternativen bereit. Im Falle zu schlechter Luftqualität würden die Dächer geschlossen und die Partien dann fortgesetzt, teilten die Veranstalter des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres auf Twitter mit.

Diese Anwohnerin will ihr Heim gegen die Buschfeuer verteidigen | Bildquelle: REUTERS
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Anwohner versuchen, ihre Unterkünfte so gut es geht zu schützen. Es wird aber befürchtet, dass die Feuer noch Monate dauern.

Feuer könnten noch Monate wüten

Es wird befürchtet, dass die Feuer noch Monate andauern. An der Grenze von New South Wales und Victoria bewegten sich zwei Brände aufeinander zu, sodass ein Riesenfeuer entstehen könnte.

Seit Beginn der großen Brände im Oktober sind landesweit 25 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser sind zerstört. Mehr als 10 Millionen Hektar brannten nieder - das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales an der Südostküste getötet worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Januar 2020 um 11:20 Uhr.

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