Die argentinische Flagge | Bildquelle: REUTERS

Staatspleite abgewendet Argentinien einigt sich mit Gläubigern

Stand: 04.08.2020 13:39 Uhr

Argentinien hat sich nach eigenen Angaben mit seinen Gläubigern auf eine Umschuldung verständigt. Diese ermöglicht dem Land einen erheblichen Schuldenerlass. Ohne Einigung hätte die neunte Staatspleite gedroht.

Argentinien hat eine erneute Staatspleite vorerst abgewendet. Das Land einigte sich nach eigenen Angaben mit seinen Gläubigern auf eine Umschuldung. Die Vereinbarung ermögliche dem Land einen erheblichen Schuldenerlass, heißt es aus dem argentinischen Wirtschaftsministerium.

Man habe die Konditionen aus dem vorigen Angebot für die Gläubiger verbessert, indem man Zahlungstermine für Anleihen angepasst habe. Von Seiten der Gläubiger gibt es dazu noch keine Angaben.

Milliardenschwere Schulden

Die Schulden der zweitgrößten Volkswirtschaft in Südamerika lagen Stand Ende 2019 bei 323 Milliarden Dollar. In langwierigen Verhandlungen hatte Argentinien von seinen Gläubigern gefordert, auf einen Teil ihrer Ansprüche von rund 66 Milliarden US-Dollar (rund 56 Mrd. Euro) zu verzichten.

Ohne eine Einigung hätte eine erneute Staatspleite gedroht - es wäre die neunte. Unter den Gläubigern sind große Investmentfonds wie Blackrock, Ashmore und Fidelity.

Nach dem Aufschwung kam der Niedergang

Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent.

Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um rund zehn Prozent. Argentinien war zuletzt 2001 in eine Staatspleite gerutscht, nachdem es seine Schulden nicht mehr bedient hatte. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Argentinien eines der wohlhabendsten Länder der Welt.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 04. August 2020 um 17:40 Uhr.

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