Im Bundesstaat Georgia jubeln Menschen, nachdem die Täter in einem Mordprozess in den meisten Anklagepunkten schuldig gesprochen wurden. | REUTERS

Fall Arbery in den USA Drei Weiße des Mordes für schuldig befunden

Stand: 24.11.2021 20:42 Uhr

Es war ein mit Spannung erwartetes Urteil - und nach mehr als zehnstündigen Beratungen stand die Entscheidung der Jury in Georgia fest: Sie sprach alle drei Angeklagten wegen der Ermordung des schwarzen Joggers Arbery für schuldig.

Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf den Schwarzen Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia hat eine Jury alle drei Angeklagten des Mordes für schuldig befunden. Die mehrheitlich weißen Geschworenen trafen ihre Entscheidung nach mehr als zehn Stunden langen Beratungen.

Im Prozess argumentierte die Staatsanwaltschaft, dass die Angeklagten die Konfrontation mit Arbery überhaupt erst provoziert hätten. Ihre Verteidiger sagten hingegen, ihre Mandanten hätten in Notwehr gehandelt.

Greg McMichael und sein Sohn Travis ergriffen Gerichtsakten zufolge am 23. Februar 2020 ihre Waffen, sprangen in einen Pick-up-Truck und verfolgten den 25 Jahre alten Arbery, der in ihrer Nachbarschaft nahe der Hafenstadt Brunswick joggte. William Bryan, ein Nachbar der McMichaels, schloss sich der Hatz in seinem eigenen Wagen an und filmte mit seinem Handy, wie Travis McMichael Arbery erschoss.

Zunächst keine strafrechtliche Verfolgung

Arberys gewaltsamer Tod war zunächst nicht strafrechtlich verfolgt worden und hatte auch in der Öffentlichkeit keine Aufmerksamkeit erregt. Erst als nach mehr als zwei Monaten das Handy-Video von Bryan online auftauchte, in dem zu sehen war, wie Arbery mit drei Schüssen aus einem Schrotgewehr getötet wurde, übernahm die Staatspolizei Georgias den Fall von der kommunalen Polizei. Kriminalpolizisten verhafteten zwei Verdächtige - Vater und Sohn - am nächsten Tag. Der Nachbar wurde zwei Wochen später verhaftet.

Allen drei Angeklagten wurde unter anderem Mord zur Last gelegt. Staatsanwältin Linda Dunikoski sagte, die Angeklagten hätten Arbery mit ihren Autos bedroht und eine Schrotflinte auf ihn gerichtet, bevor es zur letzten Konfrontation kam. Dabei habe Arbery zugeschlagen und nach der Waffe gegriffen. Es gebe keine Beweise dafür, dass Arbery in der Nachbarschaft der Angeklagten Straftaten begangen habe. Die Verteidiger argumentierten in ihren Schlussplädoyers, Vater und Sohn hätten eine zivile Festnahme durchführen wollen, als sie Arbery verfolgten.

Das Strafmaß für die Angeklagten wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Ihnen droht lebenslange Haft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2021 um 23:00 Uhr in den Nachrichten.