Anschlagsort in Afghanistan | Bildquelle: REUTERS

Anschlag in Ostafghanistan Mindestens 27 Soldaten getötet

Stand: 23.11.2018 13:45 Uhr

Die afghanische Armee ist immer wieder Ziel von Anschlägen. Jetzt traf es eine Militärbasis in Chost im Osten des Landes. Während des Freitagsgebets sprengte sich dort ein Attentäter in die Luft. 27 Soldaten starben.

Bei einem Selbstmordanschlag in einer Militärbasis in Ostafghanistan sind mindestens 27 Soldaten getötet worden. Ein Attentäter in Armeeuniform habe sich während des Freitagsgebets in der Moschee der Militärbasis in der Provinzhauptstadt Chost in die Luft gesprengt, teilte die Provinzregierung mit. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand.

Zahlreiche weitere Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt. Ein Soldat, der die Attacke überlebte, berichtete der Agentur AP telefonisch, überall lägen Kameraden auf dem Boden. Der Rauch sei so dicht, dass er kaum etwas sehen könne.

enzTaliban unter den Sicherheitskräften

Den radikalislamischen Taliban gelingt es offenbar vermehrt, die eigenen Leute in die Sicherheitskräfte einzuschleusen. Den ganzen November über gab es Überfälle auf Militärbasen im Land mit Dutzenden Todesopfern. In der vergangenen Woche wurden bei einem Angriff in der westafghanischen Provinz Farah mindestens 38 Sicherheitskräfte getötet.

Die Regierung kontrolliert nach Militärangaben nur noch etwas mehr als die Hälfte aller Bezirke des Landes. Das ist der niedrigste Wert seit 2015. Anfang November zog der US-Sonderinspektor für Afghanistan eine ernüchternde Bilanz: Der Erfolg im Kampf gegen die Taliban sei "minimal".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. November 2018 um 15:45 Uhr.

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