Eine Trauernde legt in Kertsch Blumen für die Opfer des Amoklaufs nieder | Bildquelle: AFP

Amoklauf auf der Krim Mehr Tote und neue Ermittlungen

Stand: 18.10.2018 12:11 Uhr

Russland trauert: Nach dem Amoklauf an einem Berufskolleg auf der Krim ist die Zahl der Toten auf 20 gestiegen. Russische Medien spekulieren weiter über einen extremistischen Hintergrund der Tat.

Bei dem Amoklauf an einem Berufskolleg in der Hafenstadt Kertsch auf der Krim sind nach neuesten Angaben 20 Menschen getötet worden, darunter auch der Schütze. Die Behörden der Regierung in Simferopol veröffentlichte eine Liste mit den Namen von 19 Toten. Den Namen des Amokläufers gab sie nicht bekannt.

Allerdings nennen russische Medien den 18-jährigen Schüler Wladislaw R. als Täter. Über seine Motive ist weiter wenig bekannt. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert eine nicht genannte russische Zeitung, derzufolge ein Mitschüler gesagt habe, der Junge habe die Schule "wegen bösartiger Lehrer gehasst" und habe angedeutet, er wolle sich an ihnen rächen.

Viele Tote und Verletzte nach Amoklauf in einer Berufsschule auf der Krim
tagesschau 20:00 Uhr, Ina Ruck, ARD Moskau

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Sprengsatz in der Kantine

Der Schüler hatte am Mittag einen Sprengsatz in dem Berufskolleg gezündet und anschließend um sich geschossen. 15 der Toten waren Schüler, sechs von ihnen noch minderjährig. Außerdem erschoss er fünf Angestellte der Schule. Anschließend beging er Selbstmord.

Die Zahl der Toten war ursprünglich mit 18 angegeben worden. In der Nacht fanden die Ermittler eine weitere Leiche und korrigierten die Zahl der Toten nach oben. Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Sicherheitssysteme stoppten den Täter nicht

Wie die Moskauer Zeitung "Kommersant" berichtet, war die Schule zwar mit Metalldetektoren und weiteren Sicherheitssystemen ausgerüstet, diese hätten den Täter aber nicht aufhalten können. R. habe erst im August - nach Vollendung seines 18. Lebensjahrs - eine Berechtigung zum Erwerb von Jagdgewehren beantragt. Diese sei im September nach einer ärztlichen Begutachtung erteilt worden. Der Täter habe dann für 30.000 Rubel in Kertsch ein Gewehr vom Typ "Bekas" gekauft, dass er bei seinem Amoklauf benutzte.

Woher das Geld zum Waffenkauf kam, sei unklar, schreibt "Kommersant" weiter. R. solle aus ärmeren Verhältnissen stammen.

Terrorverdacht bestätigt sich nicht

Weil der Täter eine Bombe gezündet hatte, waren die Sicherheitsbehörden zunächst auch einem Terrorverdacht nachgegangen. Diese These habe sich bislang nicht erhärten lassen, allerdings ermittelten die Behörden weiter in diese Richtung, heißt es bei "Kommersant".

So werde überprüft, ob R. Verbindungen zu ukrainischen Extremisten wie der Organisation "Rechter Sektor" gehabt habe. Die Zeitung erwähnt auch, dass R.s Mutter Mitglied der "Zeugen Jehovas" gewesen sein solle - einer Organisation, die im August 2017 als extremistisch verboten wurde.

Kertsch liegt ganz im Osten der ukrainischen Halbinsel Krim. Russland hatte sie 2014 annektiert und unterstützt zudem pro-russische Separatisten im Osten des Nachbarstaates. Die EU und die USA haben deswegen Sanktionen gegen Russland verhängt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Oktober 2018 um 20:00 Uhr.

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