Donald Trump | AP

Treffen der Waffenlobby NRA Trump fordert mehr statt weniger Waffen

Stand: 28.05.2022 03:47 Uhr

Der frühere US-Präsident Trump hat auf dem Jahreskongress der Waffenlobby NRA Forderungen nach verschärften Waffenkontrollen zurückgewiesen. Stattdessen forderte er mehr Schusswaffen - auch an Schulen.

Nach dem Schulmassaker in Texas hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump Forderungen nach verschärften Waffenkontrollen zurückgewiesen. Stattdessen forderte er Schusswaffen, um sich gegen "das Böse" zu verteidigen. "Die Existenz des Bösen in unserer Welt ist kein Grund, gesetzestreue Bürger zu entwaffnen", sagte Trump bei der Jahrestagung der US-Waffenlobbyorganisation NRA. "Die Existenz des Bösen ist einer der besten Gründe, gesetzestreue Bürger zu bewaffnen."

"Die verschiedenen Maßnahmen zur Waffenkontrolle, die von der Linken vorangetrieben werden, hätten nichts getan, um den Horror zu verhindern, der stattgefunden hat. Überhaupt nichts", sagte Trump bei der Tagung, die von Protesten begleitet wurde. Der Ex-Präsident verlas die Namen aller 19 Kinder, die er als Opfer eines außer Kontrolle geratenen "Verrückten" bezeichnete. Die Bemühungen um Waffenkontrolle nannte er "grotesk". 

Zäune und Bewaffnete für Schulen

Trump schlug vor, dass jede Schule nur noch einen einzigen Eingang, starke Zäune, Metalldetektoren und zu jeder Zeit einen Polizeibeamten oder bewaffneten Wachmann auf dem Gelände haben sollte. Denn nur so hätten die Schulen die Möglichkeit, sich selbst zu verteidigen. "Niemand sollte eine Schule mehr betreten dürfen, bevor man ihn nicht gecheckt, gescannt und vollständig überprüft hat", erklärte Trump.

Die Finanzierung eines solchen Vorhabens sei keine Frage des Geldes, sondern des Willens. "Wenn die Vereinigten Staaten 40 Milliarden Dollar an die Ukraine schicken können, dann können wir auch das hier möglich machen", sagte Trump und erntete dafür lauten Beifall von den Teilnehmern des Kongresses. Zusätzlich plädierte der ehemalige US-Präsident im halbvoll besetzten Saal vor etwa 3600 NRA-Mitgliedern dafür, dass es in den USA viel einfacher sein müsse, gewalttätige und geistig verwirrte Menschen in psychiatrische Anstalten einzuweisen.

Ein 18-Jähriger hatte am Dienstag in der texanischen Kleinstadt Uvalde mit einem Sturmgewehr in einer Grundschule 21 Menschen, darunter 19 Schulkinder, getötet. Er wurde schließlich von Polizisten erschossen - allerdings erst rund eine Stunde nach seinem Eindringen in die Schule, was zu wachsender Kritik an den Einsatzkräften geführt hat.

Über dieses Thema berichteten am 28. Mai 2022 Deutschlandfunk um 06:26 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.