Bundeswirtschaftsminister Altmaier und Ägyptens Präsident al-Sisi | Bildquelle: dpa

Altmaier in Ägypten Partnerschaft mit Potenzial

Stand: 03.02.2019 22:19 Uhr

Bei seinem Ägyptenbesuch geht es Wirtschaftsminister Altmaier vor allem darum, die traditionell guten Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen. Allerdings waren auch die Menschenrechte ein Thema.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi wird nachgesagt, ein Faible für alles Deutsche zu haben. Er schätze vor allem die Effizienz der Deutschen, heißt es. Vielleicht auch deswegen gelten die Beziehungen zwischen Kairo und Berlin derzeit aus ägyptischer Sicht als sehr gut.

Al-Sisi möchte Deutschland als wichtigen Partner, um sein Land nach vorne zu bringen. Kein Wunder also, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier seine Gespräche mit Präsident al-Sisi und Regierungschef Mustafa Madbouly als "sehr gut" bezeichnete.

Traditionell gute Beziehungen

Ägypten befinde sich in einer "Transformationsphase", sagt Altmaier. "Die ägyptische Regierung des Präsidenten Sisi ist entschlossen, die Wachstumskräfte des Landes zu stärken und damit Ägypten politisch zu stabilisieren." Dies könne dazu führen, "dass wir die deutsch-ägyptische Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage stellen und weiter entwickeln".

Deshalb, so Altmaier, sei er mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Kairo gereist. "Ägypten und Deutschland haben ein hohes Interesse an der Stabilität in der Region. Deshalb haben wir auch ein Interesse daran, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu entwickeln." Deutschland habe traditionell gute Wirtschaftsbeziehungen zu Ägypten, sagt der Minister. "Es gibt Unternehmen, die seit vielen Jahren in Ägypten erfolgreich wirtschaftlich tätig sind."

Bundeswirtschaftsminister Altmaier besucht mit ägyptischen Fachministern und einer Wirtschaftsdelegation ein Kraftwerk. | Bildquelle: dpa
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Altmaier reiste mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Ägypten.

Deutsche Investitionen sollen Grundlagen verbessern

Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sind derzeit mehr als 190 deutsche Unternehmen mit eigenen Niederlassungen in Ägypten vertreten. Sie beschäftigen hier rund 35.000 Mitarbeiter.

Altmaier glaubt, dass diese deutschen Unternehmen mit ihren Investitionen und Ausbildungsangeboten die wirtschaftlichen Grundlagen für die Menschen in Ägypten verbessern können. "Es ist wichtig, dass - insbesondere im Bereich der Bildung, aber auch im Bereich des Mittelstandes, der kleinen und mittleren Unternehmen, und der Zukunftstechnologien - investiert wird. Wir haben eine große Offenheit vorgefunden."

Fortschritte bei Sicherheit und Stabilität

Als größtes Hindernis dafür sehen die deutschen Unternehmen in Ägypten jedoch nach wie vor die Bürokratie. Ein weiteres Problem: Sicherheit und Terrorismus - dort hat sich aber seit einigen Jahren viel gebessert, was Altmaier ausdrücklich anerkannte. Und schließlich ist da die Menschenrechtslage, die aus Sicht von Menschenrechtsorganisationen so schlecht wie noch nie ist.

Altmaier äußerte sich dazu zurückhaltend. "Es gibt weiterhin Debatten über die Sicherheitslage und über die Menschenrechtslage in Ägypten", sagt er. "Das ist bekannt, das wurde auch angesprochen, aber wichtig ist, dass die Regierung Fortschritte erreicht hat im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität in den letzten Wochen und Monaten."

Das - so Altmaier - habe dazu beigetragen, dass die Zahl der deutschen Touristen in Ägypten im vergangenen Jahr um 40 Prozent gestiegen sei. Aus keinem anderen Land kämen derzeit mehr Besucher hierher. Luft nach oben bleibt aber - in jedem Bereich. "Ich habe festgestellt, dass es in Ägypten eine große Wertschätzung für deutsche Unternehmen und ihre Arbeit gibt, und das bedeutet, dass wir auch ein erhebliches Ausbaupotenzial haben, vor allem im Bereich der traditionellen Industriekooperation."

Altmaier in Kairo
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
03.02.2019 21:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Februar 2019 um 23:20 Uhr.

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