Containerschiff "Alexander Maersk" | Bildquelle: dpa

Mit Migranten an Bord Containerschiff darf nach Italien

Stand: 26.06.2018 09:57 Uhr

Italien hat ein dänisches Containerschiff mit mehr als 100 Migranten an Bord anlegen lassen. Die "Alexander Maersk" ankerte vor Sizilien. Das Rettungsschiff "Lifeline" kann offenbar auf Frankreich hoffen.

Das dänische Containerschiff "Alexander Maersk" mit mehr als 100 geretteten Migranten an Bord hat nach tagelangem Warten in Italien angelegt. Laut Medienberichten konnte der Frachter im sizilianischen Pozzallo ankern. Erst kurz zuvor hatte die neue Regierung Italiens dies genehmigt.

Der Bürgermeister der Stadt Pozzallo erklärte, Innenminister Matteo Salvini habe der "Alexander Maersk" erlaubt, in den Hafen einzulaufen. "Wir werden diese Menschen mit der gleichen Menschlichkeit wie immer aufnehmen", sagte Bürgermeister Roberto Ammatuna. "Heute ist ein wichtiger Tag, weil es sich (...) gezeigt hat, dass die Solidarität immer noch ein verbreitetes Gefühl ist."

Deutsches Rettungsschiff ''Lifeline'' | Bildquelle: HERMINE POSCHMANN/MISSION LIFELI
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Auf dem deutschen Rettungsschiff ''Lifeline'' befinden sich etwa 230 Migranten.

Handelsschifffahrt warnt

Das Schiff der Reederei Maersk hatte in der Nacht zu Freitag mehr als 100 Migranten im Mittelmeer aufgenommen und die letzten Tage auf die Erlaubnis gewartet, anlegen zu dürfen. "Handelsschiffe sind kein sicherer Ort für die Geretteten, unsere Crews sind nicht für die Betreuung der oftmals traumatisierten und körperlich schwachen Menschen ausgebildet." Die Schiffe retteten Menschen in Not, wie es ihre Verpflichtung laut internationalen Regularien sei, sagte John Murray vom internationalen Schifffahrtsverband ICS .

Es war jedoch das erste Mal, dass einem Handelsschiff die Einlauferlaubnis verweigert wurde. Vor der Genehmigung für den Frachter, in Italien andocken zu dürfen, hatte die dänische Einwanderungsministerin Inger Stöjberg angekündigt, Italien angesichts der Situation schriftlich zum Handeln aufzufordern. Salvini, Chef der rechten Regierungspartei Lega, will vor allem Hilfsorganisationen die Häfen in Italien versperren. Er hält die Freiwilligen für Handlanger der Schlepper.

"Lifeline" wartet - Hoffnung auf Frankreich

Derzeit harren harren etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder auf dem Schiff "Lifeline" der Dresdner Organisation "Mission Lifeline" im Meer vor Malta aus. Bei Verhandlungen zwischen Frankreich und Malta zeichnet sich möglicherweise eine "europäische Lösung" ab. Das sagte ein französischer Regierungssprecher.

Axel Steier, Mission Lifeline, über das ungewisse Schicksal der "Lifeline"
tagesschau24 11:15 Uhr , 26.06.2018

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Sollte das Schiff in Malta anlegen dürfen, wäre die Regierung in Paris offenbar bereit, die Flüchtlinge auf dem Schiff aufzunehmen. Der Sprecher erwähnte, dass der französische Präsident Emmanuel Macron am Vortag mit dem maltesischen Premierminister Joseph Muscat gesprochen habe. Bei der maltesischen Regierung hieß es, noch gebe es keine Entscheidung. Es liefen Diskussionen, ob die "Lifeline" in Malta anlegen dürfe - allerdings nur unter der Bedingung, dass die Migranten dann auf EU-Länder verteilt würden. Frankreich will offenbar ein Team schicken, um Asylanträge von Migranten an Bord zu bearbeiten.

Wetter wird schlechter

Salvini und auch der Chef der mitregierenden Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, sagten, wenn die "Lifeline" in Italien anlege, werde das Schiff sofort beschlagnahmt und die Besatzung festgenommen.

Für heute ist schlechtes Wetter angekündigt, was die Lage der Menschen an Bord noch prekärer machen würde. Um Mitternacht schrieben die Helfer auf ihrer Twitter-Seite: "Gerade eben musste der erste wegen eines medizinischen Notfalls von der "Lifeline" evakuiert werden." Auch der Zustand der anderen Passagiere verschlechtere sich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juni 2018 um 08:00 Uhr.

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