Die von der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye herausgegebene Aufnahme zeigt das Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi. | Bildquelle: dpa

Rettungsschiff "Alan Kurdi" Malta will Migranten an Land lassen

Stand: 07.07.2019 20:10 Uhr

Die Migranten auf dem Sea-Eye-Rettungsschiff "Alan Kurdi" sollen nun doch in Malta an Land dürfen. Anschließend sollen sie auf andere europäische Länder verteilt werden. Auch Deutschland nimmt die Geretteten auf.

Malta hat sich bereit erklärt, alle 65 Migranten an Bord des deutschen Rettungsschiffes "Alan Kurdi" an Land zu lassen. Die Menschen würden umgehend auf andere europäische Länder verteilt, teilten die Behörden Maltas nach Gesprächen mit der EU-Kommission und Deutschland mit.

Das Schiff der Organisation Sea-Eye hatte die Menschen nach eigenen Angaben in internationalen Gewässern vor Libyen von einem Schlauchboot gerettet. Nachdem das Schiff vergeblich auf die Erlaubnis gewartet hatte, in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa einzufahren, hatte es Kurs auf Malta genommen - allerdings auch dort zunächst keine Erlaubnis zum Festmachen erhalten.

Weiterfahrt nach Gozo

"Wir sind freudig überrascht", sagte nun Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler. Allerdings sei das Schiff selbst noch nicht über die Entscheidung der maltesischen Behörden informiert worden. "Darauf warten wir jetzt", sagte Isler.

Die Behörden Maltas hätten die Schiffsführung angewiesen, zur maltesischen Nachbarinsel Gozo zu fahren. "Das ist 50 Seemeilen entfernt und dauert etwa sieben Stunden", sagte Isler. Dort würden die Menschen vermutlich auf See vom maltesischen Militär übernommen und an Land gebracht.

Die maltesischen Behörden teilten mit, dass zudem eine Vereinbarung erzielt worden sei, dass EU-Länder die Hälfte von weiteren 58 Migranten aufnehmen werden, die von der maltesischen Marine aus dem Mittelmeer gerettet worden seien.

Seehofer kündigt Aufnahme von 40 Migranten an

Bundesinnenminister Horst Seehofer begrüßte, dass Malta den insgesamt 123 Migranten erlaubt hat, an Land zu gehen. "Auf Bitten von Malta sollen hiervon 94 Personen in andere Mitgliedsstaaten verteilt werden. Im Geiste der europäischen Solidarität habe ich angeboten, dass wir uns hieran mit bis zu 40 Personen beteiligen", teilte er mit. "Allerdings brauchen wir für diese Fälle jetzt schnell einen tragfähigen und funktionierenden Mechanismus. Daran müssen die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten mit Hochdruck arbeiten."

Flüchtlinge der "Alex" in Lampedusa an Land gegangen

Die von dem Rettungsschiff "Alex" geretteten Flüchtlinge sind gestern in Lampedusa an Land gegangen. Auch der "Alex" war die Einfahrt nach Lampedusa zuvor verboten worden. Das Schiff widersetzte sich dem Verbot jedoch.

Nach Angaben des italienischen Rundfunks wurde das Segelschiff der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea beschlagnahmt. Gegen die Besatzung wurden Ermittlungen wegen Begünstigung illegaler Einwanderung aufgenommen. Die vor der libyschen Küste geretteten 46 an Bord verbliebenen Migranten wurden in ein Aufnahmelager von Lampedusa gebracht.

"Mediterranea hatte zuvor berichtet, der Gesundheitszustand der Menschen verschlechtere sich rapide. Unter ihnen befänden sich vier Kinder und elf Frauen, von denen drei schwanger seien.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Juli 2019 um 17:00 Uhr.

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