Afghanische Woche - Tag 6 Ein Restaurant als Zufluchtsort für Frauen

Stand: 25.05.2017 02:52 Uhr

Gewalt und Unterdrückung sind auch nach Ende der Taliban-Herrschaft in Afghanistan Alltag für viele Frauen. In Herat, der drittgrößten Stadt des Landes, gibt es für sie einen ungewöhnlichen Zufluchtsort: Ein Restaurant von Frauen für Frauen.

Von Markus Spieker, ARD-Studio Neu-Delhi

Afghanische Woche


Es sind aufreibende Zeiten für Afghanistan. Die Taliban haben ihre "Frühjahrsoffensive" begonnen - mit dem bisher schlimmsten Terroranschlag, bei dem nahe der Stadt Masar-i-Sharif mehr als 140 Menschen getötet wurden. Viele Landesteile stehen bereits unter Taliban-Kontrolle.

Ein ARD-Fernsehteam ist eine Woche lang durchs Land gereist, um Persönlichkeiten zu treffen, die es in keine Nachrichten-Hauptausgabe schaffen, aber es verdient hätten: Studenten, Maler, Restaurantbesitzer, Fernsehmacher, Musiker, Landschaftsarchitekten und Menschenrechtsaktivisten. Sie alle eint ein Wunsch: Das Land nicht dem Zerfall, den Taliban und politischen Deals der Großmächte zu überlassen.

Der erste Teil führt die Zuschauer nach Kabul und zeigt die Ecken der afghanischen Hauptstadt, in denen sich die Menschen erholen.
Zwischen Normalität und Gefahr bewegt sich das Leben an der "Amerikanischen Universität", der Station am Tag 2. Nach einem Anschlag war sie ein halbes Jahr lang geschlossen. Jetzt können die Menschen nur unter schweren Sicherheitsmaßnahmen die Uni betreten.
Die dritte Station ist die bei einer Rap-Prinzessin. Soosan Firaz ist die ungekrönte "Hip Hop-Queen" Afghanistans.
Ebenfalls kulturell wird es am vierten Tag der Reise, im "Garden of Peace and Hope" wirken junge Künstler.
Der fünfte Tag ist dem afghanischen Erfolgssender "Tolo-TV" gewidmet. Auch bei "Tolo" ist die Gefahr allgegenwärtig. Im vergangenen Jahr wurden sieben Mitarbeiter des Senders von Terroristen getötet.
Am sechsten Tag geht es in die drittgrößte Stadt Afghanistans, nach Herat. Hier gibt es das erste Frauenrestaurant des Landes. Das Projekt soll Hoffnung machen. Denn noch sind Gewalt gegen Frauen und Unterdrückung Alltag in Afghanistan.
Hoffnung ist auch ein Thema für Hobby-Sänger Omed. Er setzt darauf, bei "Afghan Star", dem Pendant zu "Deutschland sucht den Superstar", durchzustarten. Den Film über ihn gibt es am siebten Tag der afghanischen Woche.

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