Das Yahoo-Firmenlogo vor der Zentrale im kalifornischen Sunnyvale

Quartalszahlen von Yahoo Der sterbende Internet-Riese

Stand: 19.07.2016 09:49 Uhr

Yahoo steht derzeit zum Verkauf und hat womöglich seine letzten Quartalszahlen als eigenständiges Unternehmen vorgelegt. Nun ist der Internetkonzern tief in die roten Zahlen gerutscht. Schuld ist der Kauf der Blogging-Plattform Tumblr.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

Der Internetkonzern Yahoo hat womöglich seine letzten Quartalszahlen als eigenständiges Unternehmen vorgelegt. Das Unternehmen steht derzeit zum Verkauf und ist nun tief in die roten Zahlen gerutscht. Schuld ist der weiter sinkende Wert der Blogging-Platforum Tumblr, die Yahoo 2013 für umgerechnet knapp eine Milliarde Euro gekauft hatte.

Wolfgang Stuflesser ARD-Studio Los Angeles

Rund 400 Millionen Euro Verlust

Doch die Pläne von Yahoo-Chefin Marissa Mayer, mit der Plattform mehr junge Kunden zu gewinnen, gingen am Ende nicht auf. Auf dem Papier ist Tumblr inzwischen nur noch ein Drittel des Kaufpreises wert. Damit beträgt der Verlust von Yahoo im vergangenen Quartal umgerechnet rund 400 Millionen Euro - vor einem Jahr waren es weniger als 20 Millionen Euro. 

Beim Gesamtumsatz legte das Unternehmen um fünf Prozent zu, auf umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro. Aber die Einnahmen durch Online-Suche und Werbung gingen zurück, das Plus entstand vor allem durch Einmal-Effekte wie den Verkauf von Immobilien und Grundstücken.

Das Kerngeschäft steht auf dem Spiel

Anlegerverbände haben die Yahoo-Führung dazu gedrängt, das Kerngeschäft abzustoßen. Noch im Sommer könnte der Deal über die Bühne gehen. Zwar ist Yahoo.com immer noch eine der meistbesuchten Internetseiten der Welt. Doch die aktuellen Zahlen seien die eines "sterbenden Unternehmens", schreibt der Technik-Blog Recode.