Containerschiffe im Hamburger Hafen  | Bildquelle: dpa

Frühjahrsgutachten Die Wirtschaft wächst und wächst

Stand: 19.04.2018 11:16 Uhr

Der Aufschwung hält an. Die führenden Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose leicht angehoben. Der deutsche Export profitiere von der Weltwirtschaft, außerdem bleibe der private Konsum stark.

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben die Wachstumsprognose für dieses und das kommende Jahr leicht angehoben: Für 2018 rechnen sie mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,2 Prozent und für 2019 mit 2,0 Prozent. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten hervor. Im Vergleich zur Einschätzung im Herbst ist das jeweils ein Anstieg um 0,2 Prozentpunkte. Der "Boom" der deutschen Wirtschaft halte an, erklärte das Münchner Ifo-Institut, das die Prognose gemeinsam mit weiteren Instituten halbjährlich im Auftrag der Bundesregierung erstellt. Der deutsche Export profitiere vom Aufschwung der Weltwirtschaft, außerdem bleibe der private Konsum stark.

Allerdings würden die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten knapper, heißt es in dem Frühjahrsgutachten weiter. Die Luft werde "dünner", sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. In den Unternehmen gibt es bereits eine hohe Kapazitätsauslastung, die weiter steige. Die Firmen sähen aber einen Mangel an Fachkräften als immer größeres Problem. Ein Risiko sei auch der laufende Handelskonflikt mit den USA.

Appell an die Große Koalition

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Finanzminister Olaf Scholz, links, im Kanzleramt | Bildquelle: AFP
galerie

Das Frühjahrsgutachten empfiehlt: Gerade von die Kassen voll sind, müsse die Große Koalition das Geld zusammenhalten.

Die führenden Wirtschaftsforscher mahnen die Große Koalition zur Mäßigung bei den Staatsausgaben. Die Finanzpolitik solle sich möglichst nicht an der kurzfristigen Kassenlage orientieren: "Gerade wenn Kassen voll sind, sollte die Finanzpolitik die Konsequenzen für die gesamtwirtschaftliche Stabilität und die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen im Blick haben."

Um das Wachstumspotenzial langfristig zu steigern, müsse die Wirtschaftspolitik Rahmenbedingungen für einen effizienten Einsatz von Arbeit und Kapital schaffen, lautet die Empfehlung. Dazu gehörten eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Integration von Langzeitarbeitslosen und Unterbeschäftigten. Zudem müsse man die Anreize zur Übernahme eines Jobs durch eine Senkung der Abgabenlast verbessern und mehr Ältere in Lohn und Brot bringen.

Über dieses Thema berichteten am 19. April 2018 NDR Info um 10:15 Uhr und 11:15 Uhr in den Nachrichten sowie die tagesschau um 12:00 Uhr.

Darstellung: