Der ehemalige Chef von VW, Martin Winterkorn | Bildquelle: dpa

Staatsanwaltschaft dementiert Kein Steuerverfahren gegen Winterkorn

Stand: 30.07.2018 14:21 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig dementiert Berichte über weitere Ermittlungen gegen den früheren VW-Chef Winterkorn: Man führe kein Verfahren wegen Steuerhinterziehung, erklärte ein Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt derzeit nicht gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn wegen etwaiger Steuerhinterziehung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig dementierte gegenüber tagesschau.de entsprechende Medienberichte.

Die Staatsanwaltschaft habe Erkenntnisse über ein mögliches Vergehen an die zuständige Steuerbehörde weitergeleitet, hieß es. "Wegen der etwaigen Verschiebung von Vermögen" gebe es jedoch keine weiteren Ermittlungen

In dem Zusammenhang erlangte Erkenntnisse gehörten aber in die Akten. Denn die möglichen Transferierungen von Vermögen könnten eine Rolle spielen etwa bei der Frage, ob und wann Winterkorn Kenntnis von den Diesel-Manipulationen erhalten und eventuell darauf reagiert hat.

Es sei aber ein Unding, wenn die persönlichen Rechte der Beteiligten in dem Zusammenhang missachtet würden und Aktenbestandteile ganz oder in wesentlichen Teilen an die Medien weitergereicht würden, betonte der Sprecher.

Ein VW-Logo ist auf der Spitze eines Hauses angebracht. | Bildquelle: dpa
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Dem früheren VW-Chef Winterkorn drohen Schadensersatzforderungen, sollte ihm die Verletzung seiner Pflichten nachgewiesen werden.

Überweisungen auf Schweizer Konten

Die "Bild am Sonntag" hatte zuvor unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtet, Winterkorn habe Überweisungen in Höhe von mehreren Millionen Euro auf Schweizer Konten getätigt. Daher bestehe ein Verdacht auf Steuerhinterziehung - insbesondere, weil ein Teil der Überweisungen eine Schenkung gewesen sein solle, für die möglicherweise eine hohe Schenkungssteuer angefallen wäre. Auch tagesschau.de hatte anschließend darüber berichtet.

Winterkorns Anwälte hatten mit der Androhung juristischer Schritte reagiert: "Wir erwägen, Strafanzeige wegen Verrats von Dienstgeheimnissen zu stellen", erklärte Anwalt Felix Dörr. Er kritisierte vor allem, dass persönliche Unterlagen Winterkorns ohne Bezug zum Abgasverfahren in die Öffentlichkeit gelangt seien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 30. Juli 2018 um 15:00 Uhr.

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