Beschäftigte eines Unternehmens in Andernach nehmen mit Fackeln und einem 8-Prozent-Schild an einem Warnstreik teil. | dpa

Tarifstreit in Zeiten hoher Inflation Erste Warnstreiks in der Metallindustrie

Stand: 29.10.2022 16:00 Uhr

Nach Ablauf der Friedenspflicht haben sich Tausende Beschäftigte der Metallindustrie an ersten Warnstreiks beteiligt. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde acht Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber haben vorrangig Einmalzahlungen angeboten.

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie haben die ersten Warnstreiks der laufenden Tarifrunde begonnen. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht am Samstag um 0 Uhr folgten Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall und legten in ausgewählten Industriebetrieben für mehrere Stunden die Arbeit nieder.

In Nordrhein-Westfalen betraf dies sechs Standorte, darunter von Firmen wie Thyssenkrupp oder Miele. Auch in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg kam es zu Wanrstreiks. Insgesamt beteiligten sich bundesweit mehrere Tausende Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen. Weitere Warnstreiks sind am Montag geplant.

Arbeitgeber bieten unter anderem Einmalzahlungen

Die vierte Runde der Tarifverhandlungen beginnt am 8. November in Bayern und Baden-Württemberg. Die Gespräche werden regional in den verschiedenen Tarifbezirken geführt. Die IG Metall verlangt dabei für einen Zeitraum von zwölf Monaten acht Prozent mehr Geld für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten.

Die Arbeitgeber hatten jeweils Einmalzahlungen von 3000 Euro und bei einer Laufzeit von 30 Monaten zusätzlich eine bisher nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die Einmalzahlung soll steuer- und abgabenfrei direkt bei den Beschäftigten ankommen und damit die Inflationsausgleichsprämie des Bundes nutzen.

Für die unteren Lohngruppen entspräche die Einmalzahlung ziemlich genau den geforderten acht Prozent, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. "Auf zwölf Monate wäre das also schon eine gute Geschichte, wenn es das jedes Jahr gäbe. Aber auf 30 Monate verteilt und ohne dauerhafte Wirkung, entpuppt sich die Zahl als Scheinriese." Für die Teuerungen aber, unter denen die Haushalte litten, gelte dies nicht. Am Freitag hatte unter anderem der einflussreiche IG-Metall-Bezirk NRW die Offerte der Arbeitgeber bereits abgelehnt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Oktober 2022 um 08:55 Uhr.