Logos von Netflix und Disney auf einer TV-Fernbedienung | picture alliance / ASSOCIATED PR

Kundenzahl steigt langsamer Disney+ läuft Netflix hinterher

Stand: 11.11.2021 09:39 Uhr

Das Geschäft des Unterhaltungskonzerns Walt Disney läuft trotz geöffneter Vergnügungsparks überraschend schlecht. Vor allem der Streamingdienst Disney+ fällt im Kampf um neue Abonnenten weiter hinter Netflix zurück.

Das Wachstum des Streaming-Dienstes Disney+ gerät ins Stocken. Mit 118 Millionen Abonnenten zum Ende des zweiten Geschäftsjahres seien innerhalb der vorangegangenen drei Monate gut zwei Millionen Kunden hinzugekommen, teilte der US-Unterhaltungskonzern Disney mit. Analysten hatten mit deutlich höheren Zuwächsen gerechnet und im Schnitt ein Wachstum auf mindestens 125 Millionen Abonnenten erwartet.

Disney+ war vor rund zwei Jahren unter dem Einsatz von sehr viel Werbung und günstigen Eröffnungsangeboten an den Start gegangen. Zunächst stieg die Zahl der Streaming-Kunden rasant an, unter anderem dank Erfolgsshows wie "The Mandalorian" aus dem "Star Wars" -Universum. Mit den nun veröffentlichen Nutzerzahlen bleibt Disney+ vor allem deutlich hinter dem großen Konkurrenten Netflix zurück, der im jüngsten Quartal seine zahlende Kundschaft um rund 4,4 Millionen auf insgesamt knapp 214 Millionen gesteigert hatte. Dabei profitierte Netflix insbesondere von der südkoreanischen Erfolgsserie "Squid Game".

Diverse Sorgen

In den drei Monaten bis Anfang Oktober wuchsen die Erlöse des gesamten Disney-Konzerns um 26 Prozent auf 18,5 Milliarden Dollar, verglichen mit dem heftig von der Pandemie belasteten Vorjahreszeitraum. Damals hatte sich besonders die Schließung der Freizeitparks und angeschlossenen Hotels im Zuge der Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung in der Bilanz von Walt Disney niedergeschlagen.

Unter dem Strich erreichte der kalifornische Konzern im abgelaufenen Quartal nun einen Gewinn von 160 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte Disney einen Nettoverlust von mehr als 700 Millionen Dollar vermeldet.

Disney räumte ein, dass das Geschäft weiter unter den Folgen der Pandemie leide. Produktionsverzögerungen und weniger Premieren beschränkten weiter die Verfügbarkeit von Filminhalten. Unterdessen belasten geringere Werbeeinnahmen und geringeres Kundeninteresse die klassische Kabel-TV-Sparte. Hierzu zählt unter anderem der für den Konzern sehr wichtige, aber schon länger problematische Sportsender ESPN.

Aktie bricht ein

Die Disney-Aktie geriet im nachbörslichen Handel deutlich unter Druck und brach um fast fünf Prozent auf 166,50 US-Dollar ein. Damit hat sie sich deutlich vom Höchststand der vergangenen zwölf Monate entfernt. Im März hatte das Papier kurzzeitig die Marke von 203 Dollar erreicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Mai 2021 um 07:35 Uhr und am 31. Oktober 2021 um 20:05 Uhr.