Arbeiter enthüllen das neue Logo von Volkswagen auf dem Markenhochhaus am VW Werk | Bildquelle: Julian Stratenschulte/dpa

Rassismusvorwürfe gegen VW "Das Video ist geschmacklos"

Stand: 20.05.2020 18:00 Uhr

Ein Werbevideo von VW hat für Rassismusvorwürfe gesorgt: In dem Clip wird ein schwarzer Mann von einer überdimensionierten weißen Hand durch die Gegend geschubst. Der Konzern bat inzwischen um Entschuldigung.

Nach heftiger Kritik an einem auf Instagram geposteten Werbespot für den neuen Golf hat sich Volkswagen für das Video entschuldigt. Die kurze Sequenz, die in den sozialen Netzwerken heftig kritisiert wurde, zeigt einen schwarzen Mann, der von einer riesigen weißen Hand durchs Bild geschoben und anschließend in den Eingang eines Hauses geschnippt wird.

"Das Video ist grenzwertig und komplett rassistisch in seiner Wirkung", sagte Tahir Della, Sprecher der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. "Ganz ohne Frage: Das Video ist falsch und geschmacklos", erklärte auch das Unternehmen dazu in Wolfsburg.

Dass der Clip bei vielen Beobachtern zu Empörung und Wut führe, könne man verstehen. "Wir distanzieren uns davon und entschuldigen uns dafür. Wir werden aufklären, wie das passieren konnte - und Konsequenzen daraus ziehen."

Betriebsratschef schämt sich

Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte: "Ich schäme mich für diesen Spot. Da spreche ich sicherlich für die ganze Belegschaft." Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nannte das Video "eindeutig rassistisch und menschenverachtend".

Es sei nicht zu verstehen, dass das "schockierende" Video nicht vor Veröffentlichung gestoppt worden sei. "Dieses Thema wird sicher auch noch ein Nachspiel in den Gremien haben", sagte der SPD-Politiker, der als Vertreter des Landes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt.

Irritierende Buchstabenfolge

Für einen Moment war gegen Ende des Werbefilms für das neue Golf-Modell auch eine Buchstabenfolge zu sehen, deren Einblendung das Wort "Neger" nahelegte. "Schon vor dem Hintergrund unserer eigenen Unternehmensgeschichte positioniert sich Volkswagen gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung", erklärte das Unternehmen.

Die Mitarbeitervertretung verlangt nun eine vollständige Aufklärung darüber, wer für die Insta-Story verantwortlich ist. "Der Vorfall muss jetzt restlos aufgeklärt werden", sagte Osterloh. "Der Betriebsrat wird nicht zulassen, dass die Verantwortung für diesen Vorfall dauerhaft vom Top-Management nach unten abgeschoben wird."

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