Autoauspuff vor VW-Gebäude | dpa

Vergleich mit Dieselhaltern VW entschädigt mit 620 Millionen Euro

Stand: 17.12.2020 10:10 Uhr

VW-Dieselfahrer erhalten im Abgasskandal Entschädigung für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge. Der Autokonzern zahlt insgesamt 620 Millionen Euro. Der Vergleich war im Rahmen einer Musterklage erzielt worden und wurde jetzt angenommen.

Volkswagen hat sich im Rahmen des mit Verbraucherschützern ausgehandelten Vergleichs mit rund 200.000 Dieselhaltern auf eine Entschädigung geeinigt. An sie werde eine Gesamtsumme von rund 620 Millionen Euro gezahlt, teilte der Wolfsburger Autobauer mit. Heute ist Stichtag für die Vergleichsannahme.

An die Anspruchsberechtigten werden ab dem 5. Mai Beträge zwischen 1350 und 6250 Euro überwiesen. Im Gegenzug müssen sie auf künftige Klagen verzichten.

Weitere 21.000 Fälle würden noch geprüft. Um weiteren Vergleichsberechtigten eine Registrierung und anderen das Nachreichen von Unterlagen zu ermöglichen, wurde die Frist bis 30. April verlängert.

"Die hohe Zahl der heute geschlossenen Vergleiche zeigt, dass das Vergleichsangebot von unseren Kundinnen und Kunden als fair empfunden wurde und der Weg zum individuellen Vergleichsabschluss gut funktioniert hat", sagte VW-Vorstandsmitglied Hiltrud Werner.

Vergleich mit Verbraucherverband im Februar

Volkswagen hatte Ende Februar im zweiten Anlauf mit dem Verbraucherverband VZBV einen Vergleich ausgehandelt. Demnach hatte der Autobauer für insgesamt 262.000 berechtigte VW-Kunden eine Entschädigungssumme von 830 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Ursprünglich hatten sich 470.000 Personen für die Musterfeststellungsklage registriert. Die endgültige Zahl fiel in dem Vergleich niedriger aus, weil man sich in den Verhandlungen darauf verständigte, nur Dieselhalter zu berücksichtigen, die ihren Wagen vor dem 1. Januar 2016 gekauft haben. Danach hätten die Käufer laut Volkswagen wissen müssen, dass der Diesel manipuliert war.

Der Autobauer hatte vor viereinhalb Jahren zugegeben, millionenfach Abgaswerte von Dieselautos mit einer Software frisiert zu haben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. April 2020 um 11:00 Uhr.